Albanien 2010 - Regina`s gespannte Reiseseite

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Albanien
- Dalmatinische Küste -
unterwegs mit 3 Gespannen, Kind und Hund...







1. Tag: Nachdem wir am Vorabend in Neu Isenburg in den Autoreisezug eingestiegen und am Morgen danach in Triest wieder ausgestiegen waren, fuhren wir nun von Triest aus Richtung Slowenien. Wir, das sind Martin auf seinem FMX-Gespann mit Tilman als Beifahrer, Jürgen mit BMW F 650-Gespann mit Tine als Mitfahrerin und ich mit meinem Honda NTV-Gespann mit Hund Hannes als "lebende Alarmanlage".

Der erste Tag sollte uns Richtung Kroatien bringen. In Slowenien stellten wir dann lustigerweise fest, dass wir zwar an jedem Moped ein Navi hatten, aber Martin`s Navi Stromprobleme, Jürgen`s Navi ohne SLO ausgestattet war und ich mit meinem neuen Navi (NavGearTourMate MX-350) noch nicht recht vertraut war.... also irrten wir hochausgerüstet durch die slowenischen Alpen -  ohne recht zu wissen, wohin die Straßen führten.
Dafür bekamen wir in einem der kleinen Ortschaften bei bestem Wetter ein gutes Essen, was uns mit neuer Energie versorgte.

Nachdem ich mit meinem Navi etwas vertrauter wurde und gelernt hatte, die "Anweisungen" etwas besser zu  interpretieren, fanden wir auch die richtige Straße, die uns nach Kroatien an die wunderschöne Küste brachte.
30 Kilometer südlich von Rijeka bezogen  wir am Abend ein Zimmer in einer  netten Pension. Die Gespanne durften sicher im Hof stehen und brauchten noch nicht einmal ganz abgepackt zu werden.









2. Tag: Bei bestem Sonnenschein zogen wir auf einer der schönsten Straßen die ich je gefahren bin an der Adriaküste entlang bis kurz hinter Sibenik.  Nicht ganz: Da wir die Stadt Zadar umfahren wollten, bogen wir in`s Landesinnere ab und sahen dann recht hautnah die Auswirkungen  des Balkankrieges : zerstörte Dörfer, Schußlöcher in Hauswänden, Bombenkrater und Warnschilder, die Minengefahr signalisierten. Es war ein sehr beklemmendes Gefühl  - grad so, als seien die Soldaten erst vor Kurzem abgerückt. Kein Aufbau, kein Leben....nur Ruinen.







3. Tag: Dieser Tag führte uns weiter an der Küste entlang, 13 km auf die Transitstrecke durch Bosnien-Herzegowina und dann, leider im Regen, nach Dubrovnik auf den Stadtcampingplatz.








4. Tag: Von Dubrovnik aus fuhren wir Richtung Montenegro und umrundeten fast vollständig die Bucht von Kotor. Da wir keine Lust auf Mautstraßen hatten, zogen wir es vor, über eine kleine Nebenstrecke  nach Albanien zu gelangen.











5. Tag: An diesem Tag war eine Fahrt auf dem Koman-Stausee vorgesehen. Da die Fähre um 10.00 Uhr in Koman an einer kleinen Anlegestelle ablegen sollte, mußten wir uns sputen, um rechtzeitig dort zu sein. Den schlechten Straßen zum Trotz gaben wir auf en ca. 50 Km einigermaßen Gas und kamen nur 20 Minuten zu spät an... allerdings gilt in Albanien, wie auch in vielen anderen Ländern Pünktlichkeit nicht unbedingt zwingend zum Standard... zum Glück... und wir waren auch nicht die einzigen Nachzügler: Ein Kleintransporter, der allerdings das Meiste auf dem Dach transportierte, holperte auch noch gemütlich mit uns zusammen auf die Fähre. Es war, als wenn sie extra gewartet hätte.
Wir bugsierten unsere Gespanne rückwärts auf die überdachte Seite der kleinen Fähre und konnten erst einmal entspannen, denn was jetzt für die nächsten 2-3 Stunden kam, war schon ein Erlebnis für`s Auge. Es gab so viel Landschaft, unberührte Natur und Berge zu sehen, nach jeder Kurve gab es neue Eindrücke. Beeindruckend. Unterwegs sahen wir kleine Höfe am Rand des See`s , die nur über das Wasser erreichbar waren: Meist lag am Strand ein kleines Boot  und ein Trampelpfad  führte zu den Häusern.
An der Anlegestelle in Fierze war die Fahrt zu Ende und eine kurvenreiche Straße führte uns durch`s Gebirge 120 km zurück ... auch schön, aber auch anstrengend, da die Straße durch vorhergehende Regenfälle und mangelnde Reparaturen in nicht so gutem Zustand war. Da freut es unterwegs umso mehr, wenn man offroadtaugliche Gespanne bewegt. Tilman war wieder einmal begeistert, da er endlich mal so richtig "turnen" konnte. Labbi Hannes wohl eher nicht, er wurde zwangsweise durchgeschaukelt...
Allerdings fing es unterwegs heftig an zu regnen, sodass sowohl Tilman als auch uns nicht mehr der Sinn nach turnen stand. Irgendwann wollten wir nur noch auf dem Campingplatz in Barbalush ankommen, uns umziehen und was leckeres essen.







6. Tag: Ein Regentag gefüllt mit Nichtstun...







7. Tag: Es lag eine Entscheidung an, wohin die weitere Reise uns führen sollte: Aufgrund des Starkregens, der fast schon den halben Campingplatz unter Wasser gesetzt hatte, entschieden wir uns, Richtung Süden zu starten, in der Hoffnung , dort besseres Wetter anzutreffen oder zumindest bessere und dadurch sicherere Straßen. Denn wenn man sich in Albanien im Landesinneren aufhalten möchte, muß man fast ausschließlich Pistenstraßen fahren. Leider gibt es aber auch recht oft bei so starkem Regen Gerölllawinen, die immer wieder einmal die Straßen mit allem, was sich drauf befindet in den Abgrund befördert . So kann es natürlich auch schnell mal vorkommen, dass  erst in die eine Richtung und eventuell auch etwas später in die andere Richtung die Straße einfach weg ist.
Diesem Risiko wollten wir uns, bei aller Liebe zum Offroadfahren, dann doch nicht aussetzen und zogen für die nächsten Tage die Küstenregion vor.
Wir ließen Durres und Kavaje hinter uns und fanden in Fier ein mäßiges Hotel, wo wir uns und die Klamotten zumindest trocknen konnten
. Selbst  für unsere Gespanne gab es im Haus eine Tiefgarage und auch Leinen für unsere nassen Zelte. Immerhin.
Fier an sich war ein Ort der Tristesse: Dreck überall, ärmliche Gebäude, stinkende Autos und LKW`s, die viel zu schnell über die ausgefahrene und völlig überforderte Hauptstraße fuhren.
Wir besuchten dann auch nur noch auf ein birra eine gegenüber dem Hotel gelegene Bar und verschwanden dann alsbald müde in unseren sogenannten "Hotel"-betten.







8. Tag: Weiter ging`s von Fier Richtung Vlora. Da an diesem Tag das Wetter recht gut war, bogen wir hinter Vlora auf eine schöne und für mich schon mal anspruchsvolle Piste Richtung Borsh ab. Ich hatte teilweise gut zu tun, mein Gespann auf Spur zu halten: Mal war mein Hinterrrad in einer tiefen Furche versunken, mal quälte ich den Motor im ersten Gang einen Schotterhang hoch. Alles begleitet mit begeistertem Gegröhle meinerseits und Anfeuerungen und Tipps durch die Gegensprechanlage von Martin. Zwischendurch kamen mir auch mal Gedanken um den armen Hannes, der da im Beiwagen umhergeschleudert wurde, allerdings wollte er auch bestimmt nicht hinterherlaufen. Tilman war voll konzentriert dabei und genauso begeistert.
Am Abend kamen wir in Shenvasil an und bezogen im  Hotel Studio Mex  sehr großzügige und schöne Zimmer, die auch zu einem längeren Aufenthalt einluden. Wir verbrachten dort zwei Nächte und folgten am nächsten Tag, dem 9. Tag, dem Tipp des Besitzers, zum Syri i kalter, dem "Blauen Auge" zu fahren: Das faszinierende Schauspiel  einer Quelle, die ca  8,4 m³ Wasser pro Sekunde aus einer Tiefe von 200 Metern an`s Tageslicht befördert ! Das Wasser kommt dort mit so einer Wucht nach oben, dass sich auf der Wasseroberfläche ein kleiner Buckel bildet. Selbst unser Wasserhund Labrador Hannes wollte dort nicht schwimmen gehen: Ihm schien dieses Wasser wohl unheimlich und er begnügte sich damit, nur mit den Pfoten im Wasser zu stehen.
Im Vergleich zum restlichen Land erschien uns dieses Stück Albanien als kleines, grünes  Paradies mit klarem Wasser und einer ursprünglichen Natur, die ihre Wirkung bei uns nicht verfehlte.

Zum Ausklang des Nachmittags saßen wir dann in Saranda in einem Straßencafè und genossen den Blick auf Korfu.









10. Tag: Abschied von Albanien. Über einen schönen kurvigen Pass kamen wir nach nach einer langen Fahrt durch die Gjirokastra-Ebene , gesäumt mit unzähligen Betonbunkerpilzen in Kakavia am Grenzübergang nach Griechenland an.
Vorher unternahmen wir noch an der letzten Tankstelle vor der Grenze  einen Versuch, einen Kaffee zu bekommen, was uns aber nicht gelingen sollte, da mal wieder, wie so oft in Albanien, der Strom weg war und der Kompressor gerade mal so viel Strom erzeugte, dass der Fernseher flimmerte , es aber nicht reichte, um das Licht in der Toilette brennen zu lassen oder eventuell sogar eine Kaffeemaschine betreiben zu können.
"That`s albania ! "  
Eine typische Situationskomik, die man in Albanien mehrfach bestaunen kann.


















Eine kurvige Nebenstrecke brachte uns am frühen Abend nach Ioanina, am Pamvotis-See gelegen. Es hatte bereits wieder angefangen zu regnen und wir suchten uns mal wieder, bedingt durch das schlechte Wetter,  in der Nähe ein Zimmer zum Übernachten. Wir wollten am nächsten Tag zügig nach Igoumenitsa gelangen , um unsere schon vor dem Urlaub gebuchte Fähre auf den nächsten Abend umbuchen zu können. Das Wetter wollte nicht so wie wir und so hofften wir, wenigstens in Italien wieder etwas Sonne sehen zu können.




11. Tag: Auch Griechenland zeigte sich am nächsten Morgen von seiner regnerischen Seite: Im strömenden Regen kämpften wir uns mit wenig Sicht auf der Hauptstraße Richtung Igoumenitsa. Am Fährhafen angekommen erkundigte sich Martin nach der Umbuchung unserer Karten. Zum Glück gab es hierbei keine Probleme und wir konnten noch am gleichen Abend unsere Kabine auf der Fähre beziehen.
Wir hofften darauf, in Ancona besseres Wetter anzutreffen. Es war schon recht frustrierend, bei dem Mistwetter mit den Motorrädern unterwegs zu sein. Normalerweise sind wir alle ziemlich wetterfest - nun aber hatten wir einfach die Nase voll von dem nassen Zeug...





12. Tag: Die Fährfahrt verlief ruhig und ereignislos und auch mit Hannes gab es an Bord keine Probleme und es sah tatsächlich so aus, als wenn das Wetter in Italien besser wäre...
...ab Ancona ließen wir uns von kurvigen kleinen Straßen gen Westen nach Umbrien treiben, wo wir in einem Agri Turismo abseits auf dem Land ein ruhiges Zimmer fanden. Wenn man in Italien nicht unbedingt zelten möchte, dann bieten sich diese kleinen landwirtschaftlichen Betriebe mit ihren vermieteten Zimmern an, um in sehr erholsamer Lage seinen Urlaub zu verbringen. Wir konnten endlich mal wieder unsere Sachen trocknen, Hannes hatte einen ganzen Swimmingpool für sich allein und die Wirtin brachte uns auch noch eine gute Flasche Wein vom Nachbarn mit...bella italia !



13. Tag: Von Umbrien kurvig in`s Appenin: Das Wetter spielte mit und so wurde es ein schöner Tag mit dem Gespann auf italiens Nebensträßchen. Am Ende des Tages fanden wir in Londa einen super schön gelegenen Campingplatz, Camping Campo All`oca  , auf dem wir vom Hausherren, einem netten alten Herrn freundlich aber zurückhaltend begrüßt wurden und das, obwohl die Saison dort eigentlich schon beendet war. Wir wurden bekocht und es entwickelte sich ein interessantes Gespräch, so eines, von dem man etwas " mit nach Hause" nimmt, die Erfahrung, dass es überall auf der Welt mit gutem Willen und Freundlichkeit möglich ist, Menschlichkeit zu leben.
Hier wären wir gern noch etwas länger geblieben.
Und wie um das Gefühl der Behaglichkeit noch zu toppen, bekamen wir am nächsten Morgen nicht nur die ersehnten Brötchen geliefert, sondern auch noch eine gehörige Portion frisch gerösteter Maronen auf den Frühstückstisch.









14. Tag: Was wir allerdings kurz vor der Abfahrt an Martin`s Hinterrrad entdeckten, trieb uns kleine bis mittelgroße Sorgenfalten in`s Gesicht: An der Flanke des Reifens entwickelte sich ein Längsriß direkt unter der Schrift, dass einem Angst und Bange wurde. Die Luft hielt aber und so wagten wir die Weiterfahrt. Uns blieb auch nicht`s anderes übrig, da es keinen Ersatzreifen gab. Aber wie so oft ging alles gut und wir kamen gut bei unserer letzten Station, einem Agri Turismo in der Nähe von Venedig an und verbrachten dort , nicht ohne lecker bewirtet worden zu sein, die letzte Nacht vor der Rückfahrt ab Triest mit dem Autoreisezug.



15. Tag : Die letzten, vorsichtigen 200 Kilometer bis nach Triest: Die Sonne schien, der Reifen hielt. Nach dem Verladen der Motorräder saßen wir in unserem Abteil , ein letzter Blick ... und schon rollten wir entspannt Richtung Heimat.

Heimat?  Ist Heimat nicht da, wo wir uns wohlfühlen? Auf unseren Motorrädern, da ist unsere Heimat.

 
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