Bulgarien2015 - Regina`s gespannte Reiseseite

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Wenn zwei eine Reise tun......dann könn`sie was erzählen...


     Bulgarien -
3 Wochen Südosteuropa auf 2 Gespannen

Wir waren bereits in Rumänien und Albanien, im Baltikum, Tschechien und der Slowakei. Beim Begutachten der noch nicht befahrenen Länder Europas lagen  Mazedonien und Bulgarien noch weiß und unbekannt vor mir. Schnell war von Martin  eine schöne Runde von ca.6000 KM zusammengestellt und es konnte Ende Juli gestartet werden. Tilman wollte nicht so richtig und dem Hund Hannes wollten wir die zu erwartende Hitze nicht antun. Der Sohn blieb zuhaus, der Hund freute sich auf 3 Wochen  "Opa Sendner".Als nun feststand, dass wir allein und jeder mit Gespann fahren würden, wurde uns schnell bewusst, dass wir wirklich enorm viel Platz zum Beladen haben. Da es beim Gespann keinen wesentlichen Nachteil bringt, mit viel Gepäck zu fahren, luden wir auch entsprechend ein:  Das große Tipi ist ja schon Standard, dann der Rolltisch, der neue Helinoxtisch, zwei Hocker, 2 Bisonstühle und ansonsten alles, was wir zum Leben im Zelt benötigen, wurde zügig verstaut.




Tag 1    Gelnhausen - Eging am See, 425 Kilometer
Das Wetter mag uns heute am Tag der Abfahrt nicht: Es regnet immer mal bei gerade mal 13-18 ° Celsius. Am ersten Reisetag erreichen wir nach gut 7 Stunden Fahrt den uns schon von vorherigen Reisen bekannten Campingplatz in Eging am See. Schnell stellt sich beruhigende Routine beim Entladen der Gespanne und Einrichten des Hausstandes ein... ein schönes entspanntes Gefühl macht sich breit. Endlich wieder unterwegs...



Tag 2    Eging - Wels - Klagenfurt - Kranj - Smlednik, 420 Kilometer
Das erste Frühstück auf Reisen ist gleich mal ein Genuss. Wir sind gestern abend frühzeitig im Schlafsack verschwunden und heute fit für den Tag gestartet. Als wir die Hohen Tauern erreichen zeigt das Thermometer 9° Celsius und Nieselregen drückt auf`s Gemüt. Unsere Laune wird allerdings auch wieder angehoben, als wir am "Lachtal" und "Kreischberg" vorbeifahren. Diese Strecke ist bei guter Sicht wunderschön!  Durch die Tscheppa-Schlucht und über den Loibl-Pass , bei schönem Wetter wunderschöne Motorradstrecken, gelangen wir nach Slowenien. Kleiner Zwischenfall: Martins Gespann Mehari hat sich zwischendurch einfach und unspektakulär seines Auspuffhitzeschildes entledigt... es flatterte sozusagen an mir vorbei. Sorgsam wie wir nunmal sind, wurde es wieder eingesammelt und mitgenommen. Es soll ja niemand sagen, wir hinterlassen unsern Müll in Österreich...

Tag 3    Smlednik - Ljubliana- Richtung Süden - Kroatische Küste bis Pakostane,  410 KM

Letzte Nacht hat es noch einmal heftig geregnet, hoffentlich das letzte Mal. Wir müssen das Zelt tropfnass einpacken. Hinter Ljubliana empfängt uns die sehr waldreiche Landschaft Sloveniens und kurvenreich kommen wir der kroatischen Grenze näher. Zeitgleich lassen wir allmählich die Wolken hinter uns, es wird zunehmend angenehmer. Interessanterweise wird auf vielen Parkplätzen Sloveniens auf die Anwesenheit von Bären und dem richtigen Verhalten ihnen gegenüber hingewiesen. Hier gibt es ein klares Miteinander und die Menschen respektieren, dass die Bären in den Wäldern leben.






Der Grenzübergang nach Kroatien war unproblematisch. Schnell nähern wir uns der Küstenstraße. Das Wetter ist jetzt richtig sonnig und schön. An einem See halten wir an und genießen den Ausblick: Weit reichen die Blicke in das Land und wir freuen uns auf alles, was kommt...
Das war allerdings zu früh gefreut, denn als wir die Küstenstraße erreichen, stellt sich uns allmählich ein unangenehmer Wind entgegen, der berüchtigte Bora. Doch eher ein Sturm, der es in sich hat... der Bora gilt als kleiner Bruder des französischen Mistrals. Martin hat Mühe, seine Mehari voranzutreiben. Nach einigen Kilometern sehen wir die ersten Verbotsschilder für Motorräder, LKW`s und Wohnwagen, die allerdings von allen Motorradfahrern gänzlich ignoriert werden. Wir lassen uns doch die Magistrale nicht entgehen. Einige Kilometer später, wir sind mit den Gespannen mehr am segeln, denn am fahren, liegt mitten auf der Straße ein Roller und der Fahrer steht hinter einem Felsen versteckt. Er telefoniert - und winkt eilig, wir sollen weiterfahren, als wir ihm unsere Hilfe anbieten. Im Nachhinein war es wohl besser so, denn auch wir hätten bei diesem Wind Schwierigkeiten bekommen, allein schon auf unseren Füßen stehenzubleiben.
Die Suche nach einem halbwegs netten Campingplatz gestaltete sich als schwierig und so bleibt der Campingplatz in Pakostane hier auch unerwähnt... Für eine Nacht nimmt man ja doch einen touristenüberfüllten Platz , wobei die Nacht dann angenehm ruhig war.


Tag 4  Pakostane - Dubrovnik  310 KM

Bei Sonne und Wärme folgen wir der Küstenstraße, wobei der Straßenverkehr ungeahnte Ausmaße annimmt und wir mehr oder weniger im Zuckeltempo mehr schlecht als recht vorwärts kommen.In Omis geht dann 1,5 Stunden gar nichts mehr, wir stehen mehr, als wir rollen...und das in dieser Hitze. Mein Kühlwasser steigt andauernd in Bereiche bis 99° C. Ich muß das Moped ausmachen und rolle wenn es bergab geht geräuschlos der Blechlawine hinterher. An der Grenze nach Boznien Herzegowina wieder ein Stau...es ist fast nicht zum Aushalten in dieser Hitze.Gegen 17 Uhr kommen wir dann aber doch endlich in Dubrovnik an. Wir fahren zum zentral in der Stadt gelegenen Campingplatz Camping Solitudo. Eigentlich wollte ich mir in diesem Urlaub endlich mal am Abend noch die Stadt näher anschauen, aber daraus wird nichts: Wir lernen einen netten Transalpfahrer aus Österreich kennen und entscheiden uns spontan, diesen Abend mit Martin S. bei einem guten Essen und gutem Gespräch zu verbringen.


Tag 5 Dubrovnik - Ivan Do / Montenegro  250 KM

Es gibt heute noch eine Steigerung zum heißen Wetter: Noch heißeres Wetter! Wir brauchten 3 Versuche, die Grenze nach Montenegro zu überqueren. Den Stau zur Grenze nach Montenegro schon im Blick, biegen wir nach links Richtung Bosnien Herzegowina (BIH) ab, in der Hoffnung, dort schneller die Grenze passieren zu können. Aber nichts da, nichts bewegt sich, die Autos stehen da und keiner macht was.... Siesta? Mittagspause? Keine Ahnung. Wir drehen wieder um und fahren wieder Richtung montenegrinische Grenze und...stehen im Stau. Gefühlte Stunden später, den Kühler immer im Blick, bekommen wir von einer Straßenhändlerin den Tipp, es bei einem kleineren Grenzübergang zu versuchen. Also fahren wir ein Stück zurück, biegen nach links ab und fahren eine kleine Straße entlang, die scheinbar in`s Endlose führt. Ehe wir aber die Grenze zu Gesicht bekommen, stehen wir - genau - im Stau. 1,5 Stunden später reicht es uns: Wir fahren links am Stau vorbei, Auto für Auto schmuggeln wir unsere Gespanne ein paar Meter nach vorn. Es gibt keinerlei Proteste, stimmt, wir sind in Kroatien, nicht in Deutschland... einige hundert Meter vor dem Grenzübergang hält ein Taxi und eine ganze Familie mit schwerem Gepäck steigt aus. Das Taxi darf nicht nach vorn zur Grenze vorfahren und so müssen die Passagiere aussteigen. Unter ihnen eine alte Dame von über 80 Jahren. Ihr Sohn trägt auf der einen Seite Gepäck, auf der anderen Seite stützt er die alte Frau, die nun auch in dieser Affenhitze zu Fuß zur Grenze laufen muß. Sie tut uns leid und wir hoffen, dass sie den Weg schafft.

Endlich haben wir die Grenze passiert und die Bucht von Kotor liegt vor uns. Ich bin auch in diesem Jahr wieder absolut fasziniert von der Schönheit dieser Bucht, das Wasser, das Leuchten der Felsen. Als wir hier das erste Mal langfuhren, war uns klar, dass wir wiederkommen würden. Nun ist es soweit.  Die Fähre, mit der die meisten Menschen direkt Richtung Albanien fahren wollen, lassen wir rechts liegen und folgen den Konturen der Bucht auf einer bestens ausgebauten Straße. Kurz vor Kotor biegen wir Richtung Zabljak ins Landesinnere ab und tauchen in eine schroffe aber genauso auch wunderschöne Bergwelt ein.  Wir genießen die Freiheit auf unseren Gespannen und suchen uns eins der vielen Restaurants aus, die hier alle paar Kilometer einladend gute Küche bieten.
Das Essen ist extrem lecker und wir haben das erste Mal in diesem Urlaub das Gefühl, von allem Alltag losgelöst unterwegs zu sein.
Ein wunderschönes Gefühl !
Unser Ziel, Ivan Do, liegt am Rand des Durmitor Nationalparks. Eine beeindruckende Bergwelt öffnet sich uns und wir cruisen entspannt dem schönst gelegenen Campingplatz entgegen: Ivan Do!


Tag 6  Zabljak  - Podgorica - Zhgoder - Bushat - Barbalush  205 KM

Heute nacht gab es endlich ein schönes Gewitter - und etwas Abkühlung, sodass wir morgens bei erfrischenden 18 ° C  losfahren können. Vorteil ist wohl, dass Ivan Do auf 1500 Höhenmetern liegt. Nach 4 Kilometern zeigt mir mein Navi einen Linksabbieger auf ein schmales Asphaltband. Wir durchqueren eine wunderschöne Hochebene auf 1700 m Höhe.
Kurven-und serpentinenreich schlängeln wir uns dann runter auf 400m und Montenegro zeigt uns seine beeindruckend schöne und abwechslungsreiche  Landschaft. Dieses Land muß sich nicht verstecken und ich kann jetzt erst recht nicht mehr verstehen, wie Menschen gegenüber diesem Land so voller Vorbehalte sein können. Die Temperaturen steigen mit gleichzeitig fallender Höhe ü.NN auf heiße 40°C. Es ist fast unerträglich. Wir halten während der Fahrt die Visire geschlossen, weil der Fahrtwind einem in`s Gesicht gehaltenem heißen Fön gleicht.Die Innenstadt von Podgorica ist eher nicht so schön und wir beeilen uns, diesen Hexenkessel wieder zu verlassen. Desgleichen in der albanischen Stadt Zhgoder, wo wir  zudem  in einem chaotischen Verkehr förmlich versinken. Wir sind froh, als es endlich auf der freien Landstraße weitergeht.Völlig ausgelaugt erreichen wir am Nachmittag unser heutiges Tagesziel: Den Campingplatz Albania in Barbalush.Hier waren wir schon einmal. 2010 übernachteten wir hier auf unserer Albanienreise. Nach dem Aufbau des Tipis dann der lang ersehnte Sprung in den platzeigenen Pool. Was für eine Erfrischung ! Und um dem Ganzen noch das "Krönchen" aufzusetzen, lassen wir uns am Abend noch von der hauseigenen Bioküche verwöhnen. Ein Hochgenuss! Wie wir so entspannt sitzen ziehen draußen dicke Wolken auf, begleitet von heftigem Sturm. Blumentöpfe fliegen herum und Martin kontrolliert  zweimal in strömendem Regen das Zelt. Unser Tipi trotzt dem Sturm und wir brauchen uns keine weiteren Sorgen um unser Heim machen.
Der Abend wird noch richtig nett. Wir lernen ein schweizer Pärchen kennen, die mit einem Lada Niva mit Dachzelt unterwegs sind. Wenn es um`s Reisen geht, da wird es alsbald unwichtig, mit welchem Fahrzeug man unterwegs ist....


Tag 7 Barbalush - Lezhe -Burrel - Shupenza - Macelare -Struga ( Mazedonien) Camping Rino

Nach einem sehr guten Frühstück verlassen wir die Oase Camping Albania bei wieder viel zu heißen Temperaturen. Ein Campingplatz auf dem man mal die Seele baumeln lassen kann, ausruhen und entspannen, ist gold wert, gerade bei diesen Temperaturen...
Auf den albanischen Straßen herrscht noch immer Chaos und wir wundern uns nicht, dass die Straße urplötzlich sprichwörtlich im Sande verweht. Ein hoher Zaun stellt sich uns in den Weg und wir werden freundlich von einem Mann nach links verwiesen. Links geht ein etwas größerer Trampelpfad weiter, dem wir folgen. Zwei Betonstufen erklimme ich mit lautem Krachen unterhalb des Motors.... und freue mich einmal mehr über meinen sehr stabilen Motorschutz.
Als wir in den Bergen  bei einer kurzen Pause gerade die schöne Aussicht genießen, hält neben uns ein Mercedes. Zwei Männer steigen aus und fragen, ob sie ein paar Fotos machen dürfen. Wir wollen schon beschwichtigend erklären, dass wir sowieso weiter wollen, da hebt einer der Männer die Hände, fuchtelt wild in der Luft und meint: Nein, wir wollen doch euch und eure Motorräder fotografieren. Es stellt sich dann heraus, dass sie mit einem Brautpaar unterwegs sind und diese auf unseren Motorrädern fotografieren wollen. Aus dem Auto steigen dann auch eine durchgestylte Braut und ihr Bräutigam. Es entwickelt sich ein 15-minütiges Fotoshooting, bei dem das Brautpaar auf den Gespannen sitzend von allen Seiten abgelichtet wird. Alle lachen und ehe wir uns umsehen, sind sie wieder verschwunden und wir genießen wieder die Ruhe und die Aussicht.

Beim Grenzübergang in Bluta haben wir keine Probleme, müssen allerdings das erste Mal unsere grünen Versicherungskarten zeigen. Schön, dass wir bei der Planung schon dran gedacht haben.
Kaum die Grenze passsiert, fällt sofort eine Veränderung auf: In Mazedonien wirkt irgendwie alles bunter, mehr grün auf den Bergen, mehr bunt in den Wiesen und die Straßen sind in einem guten Zustand. Ich hatte ja vorher keine Vorstellung von dem, was uns hier erwartet, aber wir hatten schon die Befürchtung, dass hier in Mazedonien alles noch schlechter wär.  Schön, wenn die Erfahrung etwas besseres lehrt.
In Struga finden wir den kleinen privaten Campingplatz Camping Rino schnell und freuen uns über eine sehr nette Begrüßung, die mit den Worten endet: "Wollt ihr einen Kaffee oder einen Schnaps ?"Wir entscheiden uns dann doch lieber, im Campingrestaurant etwas zu essen. Und es schmeckt herrlich! Eine gute Entscheidung!




Tag 8 Struga ( Camping Rino) - Star Dojran - Grenze nach Griechenland Kato Poroia ( Hotel Epavlis)  300 KM

Frühstück im Chaos, der kleine Platz ist schon etwas überfüllt, überall wimmelt es von Leuten... und dann eine nette Geste: Der Platzwirt kommt mit einem Tablett voller kleiner Espressotassen. Wir bekommen einen Frühstücksespresso am Moped serviert. Das nenn ich mal Service!
Auf unserer Tour durch Mazedonien fällt uns auch heute wieder der gute Straßenzustand auf. Wir fahren kurven-und waldreich Richtung Bitola. Ab Bitola ändert sich die Vegetation schlagartig in karg, trocken und steinig. Das bleibt nicht lang so, denn nach einiger Zeit sehen wir eine offene Landschaft mit Gemüsefeldern und Obst- und Weinplantagen.Als wir irgendwo im Nichts eine kleine Pause machen, kommen auf einem kleinen Motorrad zwei junge Männer in kurzen Hosen, T-Shirt und Flipflops angefahren: Sie fragen, ob alles okay ist, ob wir Hilfe benötigen. Als wir lachend verneinen, greift der Sozius in eine mitgeführte Plastiktasche und zieht 2 Pfirsiche heraus. Wortlos reicht er sie uns und so schnell wie sie kamen, sind sie auch wieder verschwunden. Sie wünschen uns eine gute Reise und weg sind sie...Wir sind völlig überrumpelt ob dieser Freundlichkeit und stehen wortlos da...Wie war das noch mit den Menschen zuhause, die uns fragten, ob wir keine Angst haben, in diese Länder zu reisen?

Vor Demir Kapja missachte ich eine Anweisung meines TomTom`s  und führe uns direkt rein in diesen Ort. Das Navi kommt auch gleich mit einer Alternativstrecke, die uns allerdings quer durch ein Wohngebiet und letztendlich in eine Obstplantage führt. Das wäre ja halb so schlimm, wenn da nicht diese Schlammpassage wäre... Ich versuche noch links am Wasserloch vorbeizukommen, rutsche jedoch unaufhaltsam mit dem Hinterrrad mitten hinein in eine tiefe Furche aus der es kein entkommen gibt. So sehr ich mit Gas und Kupplung spiele, mein Gewicht verlagere und versuche, uns hinauszuwippen ... der Charly sitzt fest.Übel klebriger Lehm hält uns fest und setzt sich sofort in meine Autobereifung. Keine Chance, da ohne Hilfe rauszukommen.Grad, als ich Martin informiere, höre ich einen Fluch und auch Mehari hat sich festgefahren. Da Martins Gespann aber um einiges leichter und scheinbar auch nicht so tief versunken ist, können wir zumindest dieses Gespann wieder befreien. Nun kommt das mitgeführte Seil zum Einsatz: Schnell ist es am Charly befestigt und mit wenig Mühe ist auch Charly kurz darauf wieder fahrbereit.

Was für ein Spaß ! So hat die Irrfahrt doch noch was lustiges gehabt.
Lustig finden  dann zwei Polizisten unsere Fahrt auf dieser kleinen Nebenstrecke wohl nicht. Sie beäugen uns skeptisch und wir müssen unsere Papiere zeigen. Da ihnen aber anscheinend nichts einfällt, was sie uns vorwerfen können, ziehen sie ab und wir können endlich zu unserem Tagesziel, Star Dojran weiter fahren.Star Dojran entpuppt sich allerdings leider zu einem "Ballermann für Mazedonier" - ohne uns, wir fahren weiter! Ein paar wenige Kilometer weiter queren wir die Grenze nach Griechenland  und wir finden in Kato Poroia ein feines Hotel in dem wir einchecken. Ein Traum von Maisonettezimmer, mit Klimaanlage, Balkon und Whirlpool im Bad...Das haben wir uns nach diesem anstrengenden Tag verdient und sogar die Motorräder bekommen einen feinen Stellplatz...

Tag 10  Museumsdorf Kovachevitsa  240 KM

Im Reiseführer haben wir ein interessantes Museumsdorf gefunden: Kovachevitsa im westlichen Teil der Rhodopen. Der Hinweg ist schon richtig schön kurvenreich und mit teils wunderschönen Ausblicken auf die Landschaft. Die Straßen hier in Bulgarien sind in recht gutem Zustand, solang wir auf den Hauptstraßen fahren. Kommt man mal auf eine kleine Nebenstrecke, kann es schon ganz anders aussehen... Schlaglöcher und aufgefräster Asphalt kann einem da schnell den Spaß verderben. In den Dörfern fehlt der Asphalt meist gänzlich. Dort wird auf Schotter gefahren.Wir fahren durch Leshten um nach Kovachevitsa zu gelangen. Beide Orte stehen unter Denkmalschutz, aber Kovachevitsa wird deutlich originaler wieder aufgebaut. Die Menschen leben hier in teils traditionell  restaurierten Häusern. Witzigerweise finden wir ein Schild, auf dem das Wort "Pub" zu finden ist. Da müssen wir natürlich einkehren.
Der Pub ist ein verträumtes Gartenlokal, in dem es unheimlich viele kleine Details zu sehen gibt, aber auch die bulgarischen Baklava und der frische Kaffee schmecken himmlisch!
Durch das Dorf schlendernd entdecken wir auch ein kleines Atelier, in dem eine Künstlerin ihre Produkte anbietet, ein Bewohner will uns unbedingt sein Moped vorführen und es begegnen uns auch zwei Pferdewagen mit durch`s Land ziehenden Zigeunern. Ein morbider Charme geht auch von einigen Fahrzeugen aus, denen man das Alter deutlich ansieht.Der ganze Ort besteht in der Hauptsache aus Natursteinhäusern mit einzelnen Holzelementen und auch die Dächer sind mit Steinplatten belegt. Es ist deshalb so beeindruckend, weil es zwar alles recht wackelig ausschaut, es aber wohl stabil genug gebaut ist.
Nach dem ausführlichen Rundgang durch`s Dorf, den man aufgrund der Straßenenge und des Natursteinbelages am besten zu Fuß unternimmt, gelangen wir wieder zu den Gespannen. Wir verlassen gerade das Dorf, als mir auffällt, das die GoPro nicht mehr an Martins Moped hängt. Ich kann kaum glauben, das die GoPro jemand geklaut haben könnte und schicke Martin in`s Dorf zurück, um doch noch einmal nachzuschauen...Martin fährt also nachschauen und will schon enttäuscht umdrehen, als er im Rückspiegel einen Mann wild winkend näherkommen sieht: In der einen Hand die GoPro, zeigt er mit der Anderen auf sich, dann auf halbe Höhe und deutet zum Schluß eine imaginäre Ohrfeige an: " Batsch, batsch" Diese Geste ist wohl so zu verstehen, dasss sein Sohn die Gopro entwendet und er ihn erwischt hat.... was ein Glück für uns ! Alles ist gut. Wir sind erleichtert und freuen uns über die Rückgabe.


Tag 9  Poraia Serres (Griechenland) - Sandanski( Bulgarien) - Simitli - Goce Delcer - Dospat - Batak (Bataksee)   240 Km

Im Hotel frühstücken - klasse ! Das ist die andere Urlaubsseite, die wir uns auch gern mal gönnen...
Weiter geht`s Richtung Bulgarien. Von Süden her queren wir die Grenze und sind über die nagelneue Autobahn erstaunt. Entsprechend langweilig gestaltet sich die Weiterfahrt und wird erst wieder interessant, als wir bei Simitli Richtung Osten abbiegen. Heutiges Ziel ist ein Ökocampingplatz am Bataksee. Bei genauem Hinschauen fällt uns die Sauberkeit der Straßenränder auf, ganz anders als in Albanien, wo uns der Dreck überall entgegenstarrte. Ursächlich scheint wohl doch die Mentalität eine große Rolle im Umgang mit der Umwelt zu spielen, anders können wir uns die sichtbaren Unterschiede in den Balkanländern nicht erklären.
Der Campingplatz in Batak, direkt am See, gefällt uns gleich auf Anhieb: Er ist klein und gemütlich, mit unkomplizierter Abwicklung, sehr wenigen Wohnmobilen und einem geradezu familiären Charakter.
Abends suchen wir das wenige Meter entfernte Restaurant auf und ich erlebe dort, wie sich tot durch ersticken anfühlen muß: Mir bleibt ein Bissen vom gegrillten Fisch im Hals stecken und selbst Nachspülen mit Bier führt nicht zum Erfolg. So stürze ich von der Terrasse und befördere kurzerhand den Widersacher wieder zu Tage. Danach ist mir der Appetit gründlich vergangen...
Während dieser Aktion zieht draußen ein heftiger Sturm auf und wir können im Nachhinein wieder glücklich über unser sehr stabiles großes Tipi sein. Es hat den Sturm ohne mit der Mittelstange zu zucken überstanden.


Tag 11 Bataksee Idilevo Moto Camp Bulgaria  240 Km

Manchmal wird man für den frühmorgendlichen Drang zur Toilette mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Ein wunderschöner blutroter Sonnenaufgang zeigt sich über dem See und ich nutze die Gelegenheit, um ein paar Fotos zu machen. Martin ist auch früh wach und so frühstücken wir in aller Ruhe, denn heute packen wir mal wieder unseren Hausstand auf die Motorräder um unser nächstes Ziel anzusteuern: Das Motocamp Bulgaria in Idilevo liegt im Norden Bulgariens und bietet allen Motorradreisenden eine Unterkunft, sei es im eigenen Zelt oder in einem der gemütlich eingerichteten Zimmer.
Wir fahren durch ein Land, wo man am Straßenrand überall frisches Obst und Gemüse kaufen kann: Saftige Tomaten in jeder Größe, Melonen und Pfirsiche warten darauf, vernascht zu werden. Die Pfirsiche, die wir an einem der unzähligen Stände gekauft haben, schmecken uns besonders gut. Es ist kein Vergleich zu den Früchten, die es in der Heimat im Supermarkt zu kaufen gibt!
Die Obst- und Gemüsefelder hinter uns lassend, überqueren wir einen der schönsten Pässe Bulgariens, den Shipka-Pass und erreichen gut gelaunt und voller Neugierde das Camp, von dem wir schon einiges gehört hatten...Wir müssen nicht lang vor dem großen roten Tor stehen, denn scheinbar wurden unsere Motoren ge(er)hört und Ivaylo, der Inhaber dieses Plätzchens kommt direkt hinaus, um uns zu begrüßen und Einlass zu gewähren. Schnell haben wir uns entschieden, dieses mal ein Zimmer zu nehmen. Vorteil: Es ist in dem Zimmer deutlich kühler, als in einem Zelt und es gibt ein Kühlschrank und ein richtig gutes Bad mit Dusche...



Tag 12  Ruhetag im Moto Camp

Dieser Ort lädt geradezu zum Chillen ein: Ausschlafen, in absoluter Gelassenheit zusammen  mit netten Menschen frühstücken, viel über das Reisen reden, Erfahrungen austauschen und sich in die "VIP-Lounge" mit einem guten Buch zurückziehen... Das tut gut!
Mit Nina und Marcel tauchen am Nachmittag noch zwei neue Reisende auf. Die beiden sind seit 2 Monaten mit ihrer BMW und Transalp unterwegs. Sie waren bereits in der Türkei und Griechenland und wollen weiter Richtung Norden. Beide brauchen nun erst einmal etwas Ruhe und nutzen, wie wir, das Moto Camp als Erholungsort.
Mit den Beiden fahren wir abends dann ein paar Dörfer weiter  in ein Restaurant und setzen dort bestens gelaunt unseren Reiseaustausch fort...






Tag 13  Busludscha Denkmal  und Freilichtmuseum in Etara    140 Km

Heute mal auf Sightseeingtour gefahren. Ein weiteres Mal den Shipka-Pass gefahren, dann den  Chadschi Dimitar Berg, um ein kommunistisches Monument anzuschauen: Das Busludscha-Denkmal. Ein monumentaler Bau zu Ehren der sozialistischen Bewegung Bulgariens. Nachdem es erst 1981 eingeweiht wurde, ist es schon seit 1989 , dem Zusammenbruch des sozialistischen Regimes, dem Verfall preisgegeben.  Busludscha
Dieses "Ufo" hat mich schon sehr beeindruckt. Es ist riesengroß und äußerlich komplett aus Beton. Im Inneren gibt es bunte Mosaike, auf denen die Großen des Kommunismus gezeigt werden. Ich bin allerdings nicht selbst hinein, da es erstens verboten und zweitens auch nicht ganz ungefährlich ist.

Weg von der morbiden Betonwelt machen wir uns weiter auf den Weg zum Freilichtmuseum in Etara. In diesem interessanten nachgebauten Handwerkerort, werden dem Besucher handwerkliche Gewerke demonstriert, die allesamt ihre Energie durch Wasserkraft bekommen:  Oberhalb des Dorfes liegt ein Wasserkanal, von dem eine Leitung in jedes Haus gelegt wurde. Mit ihr werden die Maschinen im Inneren der Häuser angetrieben. Das Wasser wird danach in den unterhalb des Dorfes liegenden Bach geleitet. Alternative Energiegewinnung im Mittelalter.

Ein interessanter Tag geht zu Ende.  Zu unserer Überaschung lernen wir hier im Moto Camp den Weitreisenden Graham Field kennen und erfahren, dass auch er sich hier in Idilevo ein Haus gekauft hat. Ein charismatischer Mann mit einem scheinbar endlosen Lächeln... Seine Reisebücher erscheinen bis heute leider nur in  englischer Sprache, was mich jedoch nicht davon abhielt, mir sein Buch " In search of greener gras" zu kaufen.



14. Tag  Weiterfahrt nach Rumänien    390 KM

Den Norden Bulgariens durchquerend, landen wir mittags in Nikopol, dem Fähr-Grenzübergang nach Rumänien. Um die letzten bulgarischen "Kujambel" noch loszuwerden, decken wir uns in einem kleinen Laden noch mit ein paar Lebensmittel ein. Das hätten wir mal lieber gelassen, dann wäre uns die Mittagsfähre nicht vor der Nase weggefahren.
So müssen wir satte 4 Stunden am Grenzübergang Nikopol auf die nächste Fähre warten... es ist heiß und der Ort nicht unbedingt einladend. Aber egal, um 16 Uhr verlassen wir Bulgarien.
Doch dann: Mitten auf der Donau dreht die Fähre um! Da sind tatsächlich noch Autos gekommen, die noch mit über die Donau wollen. Und die Fähre dreht um !

In Rumänien nehmen wir dann den direkten Weg nach Bran zum Vampir-Camping.
In Bran angekommen stellen wir fest, dass aus dem kleinen gemütlichen Vampircamping in den letzten Jahren ein Wohnmobilstellplatz geworden ist. Schade eigentlich. Als wir das erste Mal hier waren, hat der Chef vom Platz noch extra für seine Gäste gegrillt. Heute gibt es  noch nicht einmal mehr eine Portion Pommes hier... und die Getränkeausgabe , sowie der Auffenthalt im Bereich des Internetempfangs ist strikt bis 22.00 Uhr erlaubt. Wir werden abends etwas unfreundlich von der Terrasse geordert.

15. Tag  Transfagarasan  340 Km
Für den nächsten Tag haben wir die Befahrung der Transfagarasan geplant. Martin legt für diesen Tag eine Fahrpause ein, da er sich nicht sicher ist, ob sein Reifenprofil bis zum Ende unserer Tour standhält. Er setzt sich völlig entspannt in meinen Beiwagen und läßt sich kutschieren. Macht auch mal Spaß, den Liebsten neben sich sitzen zu haben...
Die Fagaras ist eine beeindruckende, gut geteerte Straße mit wahnsinns Ausblicken. Es ist wenig los und so können wir in Ruhe Pausen zum Schauen und Fotografieren einlegen. Bei einer dieser Pausen sehen wir einen Streunerhund, abgemagert und scheinbar krank. Wir bieten ihm unsere letzten Kekse an, die er sehr vorsichtig und eingeschüchtert annimmt. Keine Spur von Aggression, nur der Kampf um`s Überleben, irgendwie, in diesem Land, in dem die Schwächsten am wenigsten wert sind.
Als wir wieder zum Gespann zurückgehen, kommt ein Auto: ein Mann, Kinder und die Oma steigen aus. Der Mann nimmt wie selbstverständlich einen apfelsinengroßen Stein in die Hand und wirft ihn hinter dem Hund her! Voller Entsetzen brüllen Martin und ich gleichzeitig den Mann an, doch dieser und seine ganze Sippe schauen nur verständnislos drein, während sich der Hund jaulend und blutend in Sicherheit bringt. Scheiß Pack! Ich bin so wütend!
In diesem Moment beschließen Martin und ich, dieses Land so schnell nicht mehr zu besuchen. Die Situation der Streunerhunde und der Umgang mit ihnen zerreißt uns das Herz.

Transfagarasan

Transalpina

16. Tag Bran - Vila Melinda in Petrosani    360 KM

Schon irgendwie froh, Bran verlassen zu können, wollen wir heute einen Teil der Transalpina fahren, sozusagen die Parallelstraße zur Transfagaras. Eine frisch geteerte Straße empfängt uns. Regen fängt an und hört zum Glück auch bald wieder auf, sorgt aber durch seine Wolken für schon fast mystische Farbenspiele am Himmel. Die Landschaft rundum ist atemberaubend schön! Wir kommen aus dem Staunen nicht raus und genießen jeden Kilometer... Wir sind uns einig darüber, dass die Transalpina uns noch um einiges besser gefällt, als die Fagaras.
Leider läuft uns die Zeit davon, deshalb biegen wir auf halbem Wege Richtung Petrosani ab. Auch dieser Abzweig hat es in sich: Kleinere Schotter- und Schlaglocheinlagen liegen vor uns und wie als Gegenstück zu den zwei kurvenreichen Panoramastraßen von gestern und heute, durchfahren wir eine kleine Schlucht mit steilen Felswänden und einem reißenden Bach. Am Ende dieser Schlucht beziehen wir in der Vila Melinda ein einfaches Pensionszimmer, gönnen uns im hauseigenen Restaurant noch ein gutes Essen und lernen noch ein rumänisches Pärchen kennen, die auch mit Motorrad unterwegs sind. Ein sehr netter Abend bildet somit den Abschluß unseres Besuchs in Rumänien. Ein ganz kleiner Ausgleich zum gestern erlebten.

17. Tag Petrosani - Kiskunfelegyhaza ( Ungarn)   430 KM

Der langweiligste Tag mit den langweiligsten Kilometern erwartet uns. Es ist sehr heiß und wir wollen einfach  nur vorwärtskommen. Der Grenzübergang ist nicht erwähnenswert, wir verlassen Rumänien und freuen uns auf das...





 
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