gespannte Geschichten - Regina`s gespannte Reiseseite

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Wie kommt man eigentlich zum Gespannfahren und warum fahren wir ? Sind`s immer die Kinder oder die Hunde ?
Ich hab mich mal umgehört und ein paar Geschichten  gesammelt...

Volker aus Dortmund:

Nachdem ich vor rund 30 Jahren mal eine Parkplatzrunde mit einem MZ-Gespann drehen durfte, stand für mich fest: irgendwann muss ein Gespann ins Haus.

Vor Jahren war ein Schwenker der Favorit, nach einer Probefahrt war das Thema erledigt (absolut nicht mein Ding).

Vor einigen Monaten war 'irgendwann' dann endlich erreicht, animiert durch einen Kollegen, der mit glänzenden Augen von seinen Touren zum Nordkap erzählte (mit zwei Gespannen, Frau, und Kindern).
Da setzte bei mir heftiges Lesen, Forenschnüffeln, Buchbestellen und ständiges Nachdenken über das 'richtige' Gespann ein.

Anfang Januar dann ein großer Fehler: Fahrt nach Hengelo, um den Heeler kritisch zu begutachten. Der Heeler war ganz hübsch, aber hübscher fand ich ein ziemlich skurriles, zwischen den EML & Co. arg winzig wirkendes Gefährt: eine BMW F650GS von 2002 mit Velorex 700, Edelstahl-Hilfsrahmen, EML-Rad und Scheibenbremse am Beiwagen (über Schlepphebel betätigt), geschobene Schwinge ('Dittmer 283'), von harten Wintern gezeichnet.

Ende Februar traf der Spontankauf dann bei mir ein, technisch fitgemacht und dank TÜV-Forderung (und Goos' Mitdenken) mit drei neuen Hankook-Ganzjahresreifen ausgerüstet.

Sonntag vor einer Woche dann der große Moment: ein Sack Vogelsand hinter den Beiwagensitz, Fahrt im Schritttempo zu einem Baumarktparkplatz nahebei (voller Zweifel, ob ich die 500 Meter lebend überstehe). 20 Minuten Achten (drei- und zweirädrig), Schlangenlinien und Vollbremsungen. Dann: man könnte ja eine kleine Runde...
Vier Stunden später war ich wieder zu Hause, pudelnass und zufrieden.

Seitdem habe ich mich in die Schar derer eingereiht, die mich immer furchtbar nerven, wenn ich auf 2 Rädern unterwegs bin: mit 70 unterwegs im Überholverbot ohne Tempolimit, völlig entspannt und leicht debil grinsend...


Ralf aus Freiburg  :

Bedingt durch meine Leidenschaft für die Honda Bol d'Or, war ich natürlich auch im einschlägigen Forum Boldorboard.de Mitglied. Dort meldete sich seinerzeit ein Schweizer mit einem CB 1100 EML Eigenbaugespann an. Wie es der Zufall wollte, kamen wir recht zügig in Kontakt und konnten uns anfreunden. Anlässlich eines Treffens sah ich dann das Gespann das erste Mal und war sofort begeistert. Kurz darauf besuchte ich ihn in der Schweiz und er nahm mich mit auf eine Ausfahrt. Wow! Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass man so mit einem Gespann fahren kann. Das faszinierte mich und "der Floh war ins Ohr gesetzt". Von da an dacht ich immer und immer wieder drüber nach, ob ich mir auch so ein Gespann bauen lassen sollte. Genau ein Jahr später ( die Freundschaft hatte sich auch weiterentwickelt) bot er mir an, dass ich mal zu ihm kommen sollte und er mir dann Fahrstunden gibt. Von diesem Vertrauensbeweis war ich gerührt.  Also wurden die Pläne geschmiedet und ein Wochende für den Unterricht vereinbart.  Wir fuhren zu einem kleinen Flugplatz mit wenig Strasse und viel Wiese . Nach eingehender theoretischer Einweisung, durfte ich dann......

Klappte auf Anhieb gut, nur einmal brauchte ich die Wiese!  Da kam beim Gaswegnehmen und der Reaktion des Gespanns der Soloreflex durch ;-) und ich vergaß, dass ein Gespann nicht auf Lenkerdrücken und Gewichtsverlagerung reagiert. Eine kurze Zeit später, machte er mir dann das unmoralische Angebot, dass wir jetzt auf die richtige Strasse gehen und mal ein Stück fahren.......   Mann, war ich auferegt. So konzentriert habe ich noch nie ein Fahrzeug bewegt.  Da wir uns ja in der Schweiz befanden, waren auch Passstraßen nicht weit. Ich durfte/sollte auf den Brünigpass fahren. Uff, ok auf gehts.  Der Brünig ist nicht der komplizierteste Pass, kam mir aber so vor!  Auf halber Strecke machten wir kurz Pause und ich bekam wieder ein paar Tipps.  Hinter dem Brünig gabs zwecks mentaler Erholung einen Kaffe und dann weiter:   den Grimsel hoch.  War ich stolz, dass ich den PKWs folgen konnte!
Oben angekommen, war ich ziemlich fertig, aber vom Gespannfahren infiziert und nun unheilbar erkrankt ;-)

Martin aus Gelnhausen :

Schon viele Jahre interessierten mich Gespanne, allerdings ohne dass ich mich intensiv mit dem Gedanken eines Kaufes beschäftigte. Das änderte sich 1999, als ich mich mit meiner vollgeladenen Africa Twin im jordanischen Wadi Rum abquälte und dann zufälligerweise die Möglichkeit bekam, im Enfield India Gespann von Albert aus Österreich mitzufahren. Wo ich mit der AT kaum voran kam, fuhr er problemlos weiter.
 Die Entscheidung zum Kauf eines Gespannes war gefallen.

Wieder zu Hause suchte ich intensiv nach einem bezahlbaren Gespann in der näheren Umgebung und fand schon bald 65 km entfernt in Darmstadt "meine" SR 500 mit Velorex-Seitenwagen. Bei der Probefahrt eierte ich 20 Minuten lang hilflos unter Anweisung über einen leeren Parkplatz, allerdings schon mit einem großen Grinsen im Gesicht. 3 Tage später durfte ich dann mit dem Neuerwerb aus Darmstadt Innenstadt bis nach Hause fahren.
Das waren die aufregendsten 65 km meiner bisherigen Motorradkarriere !
Es folgten über 100.000 weitere Kilometer mit dem kleinen SR-Gespann, unter anderem 2 x Schottland und 1 x Marokkko. Mit keinem anderen Gespann fuhr ich bis jetzt so viele Kilometer.

 
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