Irland 2013 - Regina`s gespannte Reiseseite

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Irland
Sommer 2013

Bei der Überlegung, in diesem Jahr die grüne Insel Irland zu besuchen, stießen wir immer wieder auf Vorurteile, die das dortige feuchte Klima betrafen...
...keiner konnte ahnen, dass wir dort die ungewöhnlichste Hitzewelle erleben würden, die Irland seit Aufzeichnung der Wetterdaten erlebt hat.


1.Tag, 330 Km

Urlaub sollte ja entspannt beginnen, also erst einmal frühstücken. Das taten wir dann zusammen mit Alfons und seiner Tochter Katharina, unserer Urlaubsbegleitung morgens um 8.00 Uhr bei uns zuhaus. Gegen 10.00 Uhr rollten dann 3 vollgepackte Gespanne und Tilman mit seiner 125 er Beta Richtung Taunus. Weiter gings durch die Eifel bis zu unserem ersten Übernachtungsplatz, dem Campingplatz von Weiswampach in Luxemburg. Viele Gespannfahrer kennen diesen Ort vom Europäischen Gespanntreffen
(EGT), dem größten Treffen für Gespanne in Europa. Vom Wetter angenehm überrascht, war die Fahrt am Rhein und Mosel entlang der reine Fahrspaß. Aufgehalten wurden wir "nur" von der Seitenwagenbremse von Martin`s Africatwin-Gespann,die meinte, auslaufen zu müssen... perfekterweise hatte Alfons eine Hohlschraube mit, mit der die Beiwagenbremse stillgelegt werden konnte und so  tat wenigstens die Hinterradbremse wieder klaglos ihren Dienst.
Am Campingplatz wurde zum ersten Mal unsere Burg aus 2 großen und einem kleinen Tipi aufgebaut, gegessen und in der lokalen Gaststätte ein kaltes Bierchen gezischt.


2. Tag, 380 Km, Gravelines

Der 2. Tag sollte uns bis kurz vor Calais bringen, also wurden weniger schöne, sondern eher schnelle, gerade Straßen ausgesucht. Die Mopeds liefen gut, selbst die Beta, die kleinste Maschine im Pulk lief wie ein Uhrwerk und wenn Tilman bis dahin noch Bedenken hatte, wegen der Langstreckentauglichkeit seiner 125 er, so wurde auch er immer zuversichtlicher und entspannte zusehenst.
Der Campingplatz, 15 km vor Calais, lag direkt am Meer und brachte erste Urlaubsgefühle auch für Hannes, der ungebremst auf dem sehr breiten und menschenleeren Strand herumlaufen konnte und dies auch mit lautem Bellen freudig kundtat.
Leider machten wir bei der Kontrolle unserer Ausweise die unschöne Entdeckung, dass der Ausweis von Martin schon seit über einem Jahr abgelaufen ist. So hingen wir mit unseren Gedanken dem Problem des Nichteinreisenkönnens nach GB nach, aber es kam jeder zu dem Ergebnis, dass Martin es einfach drauf ankommen lassen müßte. Plan B würde überlegt, wenn es nötig wäre...


3. Tag, 205 Km, Petworth
( Radlagerschaden )

Aufgestanden und ohne Frühstück gleich gepackt. Nur der Gang mit Hannes ein letztes Mal an den schönen Strand durfte nicht ausfallen. Um 9.30 Uhr wollten wir beim Eurotunnel sein. Hannes mußte vor Antritt der Zugfahrt noch zur Kontrolle, welche sich aber als völlig problemlos entpuppte. Nun kam der spannende Moment der Passkontrolle und tatsächlich: Da an der Grenzkontrolle die Ausweise eingescannt wurden, fiel der Dame im Glaskasten natürlich sofort auf, dass etwas nicht stimmte. Wir taten dann auch völlig überrascht und Martin meinte noch, er hätte den Passs schon seit Jahren ncht mehr gebraucht... Ein Telefonat dem anschließenden Hinweis, Martin sollte umgehend nach dem Urlaub seinen Personalausweis verlängern lassen, später, rollten wir glücklich ein in den Zug, der uns eine trockene Unterwasserfahrt bescheren sollte. In England angekommen waren die ersten linksgefahrenen Kilometer erst einmal wieder ungewohnt und mußten vorsichtig unter die Räder genommen werden. Für unseren Mitfahrer Alfons ist dies der erste Besuch in GB. Dementsprechend angespannt war die Stimmung, die sich aber im Laufe der nächsten Tage zumindestens was das Linksfahren anging, wieder entspannen sollte... In dem verschlafenen kleinen Ort Petworth endete abrupt die heutige Tagesetappe. Schon einige hundert Kilometer hatte Martin das Gefühl, dass sein Gespann rauhe Abrollgeräusche von sich gab.
Nach einem lauten "Plock" am Ortsende von Petworth wurde dieses ungute Gefühl bestätigt. Martin konnte grad noch auf einen Parkplatz ausrollen. Das Rütteln am Seitenwagenrad zeigte uns einen kapitalen Radlagerschaden an. Hilfesuchend  machte ein genervter Martin sich zu Fuß auf den Weg, einen ortsansässigen Händler ausfindig zu machen, der Radlager im Sortiment hat. Bei einem MG-Händler ( www.marketsquaregarage.co.uk )fand er zwar nicht das begehrte Lager, dafür aber eine Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen sucht. Es wurde vom Chef persönlich per Express ein Radlager bestellt, dass am nächsten Tag gegen 10 Uhr ankommen sollte. Da wir nun natürlich eine Übernachtung benötigten, wurde flugs ein Freund des Händlers aktiviert, der uns freundlicherweise eine riesengroße Weide zu zelten zur Verfügung stellte. Froh, doch noch so schnell und unkompliziert Hilfe bekommen zu haben, endete dieser Tag in herrlicher Einsamkeit bei einem super Sonnenuntergang...


4.Tag, 260 Km

Bei herrlichem Sonnenschein fuhren Martin und Alfons heute schon gegen 9.30 Uhr zur Werkstatt und hofften auf eine schnelle Reparatur. Leider verzögerte sich aber die Auslieferung um einige Stunden und als dann kurz nach 13 Uhr die Expresslieferung eintraf, stellte sich heraus, dass die falschen Lager geschickt worden waren. Nun teilte sich das Hilfskommando auf: Der Chef und Martin suchten den ortsansässigen Landmaschinenhändler auf und zeitgleich googlete und telefonierte einer seiner Angestellten sich die Finger wund, um irgendwo doch noch die begehrten Teile zu bekommen. Beim Landmaschinenhandel fand sich zwar im Computer noch die entsprechende Anzahl Lager, diese waren aber leider im Regal nicht mehr vorhanden, sodass sie enttäuscht unverrichteter
Dinge wieder zurück zur Werkstatt fuhren. Mittlerweile war der Mechaniker im Internet fündig geworden und informierte die Beiden sofort per Telefon, im gleichen Moment fiel seinem Arbeitgeber aber ein vorort gelagerter Rasenmäherhandel ein. Der Rasenmäherserviceman hatte aber leider "nur" französische und keine italienischen Lager auf Lager. Sein Grinsen war breit bei dieser Erkenntnis. Wieder in der Werkstatt angekommen, war der Einbau nur noch eine Sache von wenigen Minuten. Das Gespann rollte wieder auf leisen Sohlen und wir konnten nach schnellem Packen unserer Motorräder um 15.30 Uhr unsere zugegegebenerweise schöne Privatweide verlassen.  Immerhin schafften wir noch locker an diesem Tag 260 Kilometer und erreichten somit über die Autobahnbrücke hinter Bristol tatsächlich noch Wales. Was für ein Anblick! Von unserem Schottlandurlaub 2009 kannten wir diesen Teil Wales schon und wußten, dass uns dort die ersten Steinmauern und freilaufenden Schafe erwarteten.
An diesem Abend konnte Alfons die Erkenntnis treffen, dass Fish and Ships nicht mehr in altem Zeitungspapier gereicht wird. Nach 4 Jahren Abstinenz, damals genossen wir diese britische Nationalspeise bei unserer Reise durch Schottland, schmeckte es wieder herrlich und wir fühlten uns wieder in einem unserer Lieblingsländer angekommen.


5. Tag, 260 Km, Monmouth - Gwynedd, b Bala

Heute erwartete uns ein erstes kleines Highlight: Wales ! Hier nur durchzufahren, geht eigentlich gar nicht, das haben wir schon einmal 2009 auf dem Weg nach Schottland gemacht... Jetzt kam uns der geniale Gedanke, dass wir in Wales bald mal  einen eigenständigen Urlaub verbringen müssen. Unser Weg führte uns durch den wunderschönen Brecon Beacons Nationalpark nach Westen bis an die Irische See. In Aberystwyth konnte Hannes während einer Pause sogar in der Cardigan Bay baden gehen. Das schöne in GB ist, dass man fast an allen Stränden mit dem Hund bis an das Wasser gehen kann. Für Hannes paradiesische Verhältnisse.

Im Snowdonia Nationalpark übernachteten wir auf einem idyllisch am Balalake gelegenen Campingplatz, der für Hunde allerdings nur ein "Notprogramm" bot: Eine Kackwiese von vielleicht 40 m² und keinerlei Möglichkeit, Hannes ohne Leine seinen Bewegungsdrang ausleben zu lassen. Am Abend kam dann noch der erste Frontalangriff von Midges, also verzogen wir uns recht früh in`s Zelt...


6. Tag, 145 Km, Rush b Dublin

Irland, wir kommen! Auf der letzten Etappe auf unserem Weg zur Fähre in Holyhead durfte ein Besuch in LlanfairPG, der Stadt mit dem längsten Namen der Welt, nicht fehlen. Eigentlich besucht man ja nur den Bahnhof, der mit einem mehrere Meter langen Stadtnamensschild ein Touristenmagnet ist. Ich ließ es mir allerdings auch nicht nehmen, im benachbarten Touristeninfozentrum nach Nippes und Co zu schauen. Danach legten wir die letzten ca. 50 Km bis nach Holyhead zurück und sagten mit Auffahren auf die Ulysses für`s Erste "Good Bye Wales". Spannend wurde auch für und mit Hannes die Überfahrt: Er mußte während der Überfahrt in eine Hundebox, was er  mit einigem Unbehagen über sich ergehen ließ. Aber es half nichts, da mußte er - und auch wir - durch...
3 Stunden später wurden wir in Dublin Port in den Berufsverkehr hineingeschubst, durch den wir uns in quälender Langsamkeit durchmogelten, um über 1 Stunde später in`s ca. 20 Kilometer entfernte Rush zu gelangen, wo wir auf einem direkt am Meer gelegenen Campingplatz für 2 Nächte unsere Zelte aufstellten.


7.Tag, 0 Km  Dublin

Dieser Tag sollte ein Tag für Dublin sein und nach einigem Hin und Her in Sachen "Bleibt jemand hier oder kommen alle mit in die Stadt?" machten wir uns alle auf zur nächsten Bushaltestelle. Für einen Besuch Dublin`s ist es ratsam, nicht mit dem eigenen Fahrzeug in die Innenstadt zu fahren, sondern sich den öffentlichen Verkehrsmitteln anzuvertrauen. Mit Hund gestaltet sich dieser Plan aber evtl als schwierig, da die Busfahrer nicht vepflichtet sind, Hunde in ihrem Bus mitzunehmen. Es kam wie es kommen mußte: Hannes lag solange tiefenentspannt an der Bushaltestelle, bis gerade zu dem Moment, wo der Bus um die Ecke kam. Just in diesem Moment erblickte er einen anderen Hund und gebärdete sich wie eine kleine Bestie. Beim zweiten Versuch benahm er sich dann besser und wir konnten endlich in die Stadt einfahren. Unter erschwerten Bedingungen, das Mitführen von Hunden ist in den meisten Einrichtungen nicht erlaubt, schauten wir uns an diesem Tag im Schnelldurchlauf die Hauptpost, the Needle und die Halfpennybridge an, bevor wir uns in Templebar in einem Straßencafe niederließen und das Gewusel der vielen Menschen bestaunten. Zum Abschluß starteten wir dann den, vergeblichen, Versuch, das Guinnesbrauereimuseum zu besichtigen. Heute bestätigte sich mal wieder, dass der Besuch einer Stadt nicht unbedingt etwas ist, wozu wir Hannes mitnehmen sollten.


8. Tag, 175 Km, Rush - Enniskillen

Eine relativ ereignislose Fahrt führte uns heute von der Republik Irland nach Nord Irland zum Horizons Unlimited Ireland Meeting in die Nähe von Enniskillen. Schon als wir den Urlaub geplant hatten, stellten wir fest, dass zeitgleich mit unserer Anwesenheit in Irland auch dieses Motorradtreffen von Weit- und Weltreisenden stattfinden sollte. Ein Besuch stand nichts im Weg und so wurden wir vor Ort auch sehr freundlich begrüßt, in die Örtlichkeiten eingewiesen und sogleich von einigen anderen Besuchern mit Fragen bestürmt. Es folgte ein unvergesslicher Abend mit spannenden Vorträgen, typisch irischen Tanzdarbietungen und leckerem Essen sowie manch einem irischen Getränk... slàinte !


9. Tag, 100 Km

Wie weit ist es von Enniskillen nach Donegal? Antwort: 680 Kilometer.... Moooment. Bitte? Wer sagt das? Antwort Martin`s Navi, ein Zumo 550. Wohl der Meinung, wir sollten vor dem Zielort noch eine Rundfahrt durch Nordirland machen, zeigte sein Navi eine große Rundreise eben durch den ganzen nordirischen Teil der Insel. Die tatsächlichen 100 Kilometer zeigte sich die Republik Irland von einer sehr schönen Seite und wir genossen die Fahrt, die uns noch weiter bis nach Killybegs brachte, wo wir den vom Lonely planets Reiseführer empfohlenen Campingplatz, den Killybeg Holiday Park,  aufsuchen wollten. Die Suche gestaltete sich allerdings etwas schwierig, da es nirgends einen Wegweiser zu erkennen gab. Erst die direkte Nachfrage bei einem Bewohner der Stadt brachte Erfolg.Im Nachhinein sehr schön, denn dieser kleine Campingplatz ist wirklich einer der schönsten Plätze, die ich bisher gesehen hab. Terrassenförmig angelegt, stellt man sein Zelt direkt mit Blick in Richtung Atlantik auf. Vor dem Zelt sitzend, schweifen die Blicke in die Ferne und lassen den Gedanken freien Lauf...


10. Tag, 80 Km Rundfahrt durch den Südwesten County Donegal, Klippen von Slieve League, Folk Village Museum in Glencolumkille, Fahrt über den Pass Glengash

Wenn man hier verweilt um Irland`s schöne Landschaften hautnah zu erleben und auch ein wenig seiner Geschichte zum Anfassen nah zu sein, dann kommt man um Donegal County und den Besuch eines Freilichtmuseums nicht umhin. Die Klippen von Slieve League sind dabei noch recht unbekannt, stehen aber anderen Natursehenswürdigkeiten in nichts nach. Es ist schon sehr beeindruckend, an den Klippen entlangzulaufen, in die Ferne zu schauen und sich mit etwas Fantasie auszumalen, wie es hier bei Sturm und Regen zur Sache geht... der Anblick vieler weißer Wollpunkte auf grünem Grund - Schafe, die dort überall grasten - erinnerte uns an die
Haupteinnahmequelle der Bewohner Donegals: Felle,Wolle und die damit zusammenhängenden Produkte wie Handschuhe, Pullover u.a. wärmenden Utensilien in klassischer Handarbeit hergestellt...
Im Freilichtmuseum in Glencolumkille werden sehr anschaulich die unterschiedlichen zeitlichen Epochen des harten irischen Landlebens in Form von aufgebauten Bauernhäusern gezeigt. In ihnen wird deutlich, wie eng und von einander abhängig die Menschen dort zusammenlebten. Der große Unterschied zur Gegenwart...
Nach so viel Kultur zum Anfassen führte uns der Heimweg zurück zum Campingplatz über einen der höchsten Pässe Irlands, dem Glengash Pass. In langsamen Steigungen erfährt man diesen Pass in gefühlter Gemütlichkeit mit weitem Blick auf grüne baumlose Landschaft, dafür aber wieder mit den bekannten irischen Wolllieferanten. Die Hochebene hinter sich lassend, geht`s auf der anderen Seite des Passes in schöner kurviger Straßenführung abwärts...


11.Tag, 200 Km , Donegal County nach Nordirland zum Giants Causeway sowie Bushmills Destillery

Im steten Wechsel zwischen Nordirland und der Republik Irland verließen wir heute Donegal und überfuhren die "Grenze" nach Nordirland um dem Touristenmagnet Giants Causeway einen Besuch abzustatten. Leider stellte sich heraus, dass sich dieses Highlight hoch frequentiert und vergleichsweise teuer gestaltet, durchaus aber trotzdem als sehenswert einzustufen ist. Mit dem Besuch dieses Unesco Weltnaturerbes mit seinen ca. 40000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, die eine Höhe bis zu 12 Metern aufweisen, konnten wir einen ausgedehnten Fußmarsch, auch zugunsten von Hannes`Bewegungsdrang verbinden.
Als nächstes durfte der Besuch der letzten nordirischen Malt-whiskey Destillery in Bushmills nicht fehlen. Martin und Tilman genossen den Rundgang durch die Destlillery, um im Anschluß daran eine Auswahl an Bushmillsprodukten in unseren Proviant aufzunehmen...


12.Tag, 210 Km, Rope bridge, Belfast, Dungannon Park

Weiter gings an der Küste entlang auf dem Causeway Coast Way zur Carrick-a-rede Rope Bridge. Welch ein Spektakel für solch eine kurze Hängebrücke! Na gut, ist ja ganz nett, aber muß diese Brücke so touristisch finanziell ausgeschlachtet werden ? Diese Hängebrücke wurde vor über 350 Jahren von Fischern gebaut , um besser an den vorbeiziehenden Lachs zu kommen. Jetzt  findet der Besucher als Erstes einen großen Parkplatz mit Tourismuszentrum vor, stellt sein Fahrzeug, eingewiesen von einem Parkwächter, auf einem der vielen Stellplätze ab um sich im Anschluß ein Ticket als Wegezoll zu kaufen, ohne das eine Näherung an die Brücke überhaupt nicht möglich ist. Die Brücke an sich wird auf jeder Seite von Wächtern konrolliert, die gezielt Besucher im Schnellverfahren hin- und herüberjagen. Carrick Island selbst scheint eine Heimat für brütende Meeresvögel zu sein, ob sie bei dieser Anzahl von Besuchern jedoch wirklich die Ruhe für die Aufzucht ihres Nachwuchses haben, will ich mal in Frage stellen.
Anschließend fuhren wir weiter auf einer der schönsten Küstenstraßen Europas von Ballycastle nach Larne. Während einer Pause wurden wir von unserem Begleiter Alfons darüber informiert, dass er ab hier eigene Wege fahren wollte. So setzte unser kleiner Pulk nun mit 3 Motorrädern die weitere Reise fort.
Belfast! Was denkt man, wenn diese Stadt in`s Gespräch kommt? Bürgerkrieg und Straßenschlachten zwischen Katholiken und Protestanten oder, um es mit irischen Worten auszudrücken: The troubles. Wir steuerten gezielt auf der Durchfahrt die entsprechenden Straßen an, um zumindest einen schnellen Einblick in diesen vermeintichen Hexenkessel zu bekommen. Freudig überrascht durfte ich allerdings feststellen, dass das Durchfahren keinerlei " Gefahren" barg. Belfast ist eine schöne Stadt, für die sich ein gezielter Besuch ohne Hund lohnen würde. Wir verzichteten jedoch heute auf einen weiteren Auffenthalt, da wir befürchten mußten, ähnliche Schwierigleiten mit Hannes zu bekommen, wie zuvor schon in Dublin.
Zum Übernachten suchten wir ca. 40 Kilometer weiter in Dungannon den innerstädtischen Stadtpark auf, auf dem auch ein kleiner Campingplatz eingerichtet ist. Es war schon witzig, so mitten in der Stadt, umgeben von einer großzügigen Parkanlage sein Zelt aufzustellen. Abends hatten wir dort umgeben von großen Parkbäumen, gepflegten Rasenflächen und weiteren 3 Campern eine herrliche Ruhe, nur weit entfernt war etwas vom Stadtleben zu hören.



13. Tag, 250 Km  Cong

Am heutigen Tag sollten wir ein letztes Mal die innerirische Grenze zur Republik Irland überqueren. Ziel war ein kleines Städtchen namens Cong. Auf Anraten des Iren Rodney, wir hatten ihn und seine Frau auf dem Campingplatz in Killybegs kennengelernt, hatten wir diese Stadt in unsere Reiseroute mit aufgenommen. Als Start- und Zielpunkt für einen Besuch des Connemara Nationalparks schien Cong gut geeignet zu sein.



14. Tag, 175 Km, Rundreise im Connemara Nationalpark

Ein erklärtes Hauptziel auf unserer Reise durch Irland stand heute auf unserem Plan. Martin hatte im Vorfeld so von Connemara geschwärmt, dass ich schon ganz gespannt war, was mich dort erwartete.
Erst einmal Richtung Norden führte uns die Straße bis kurz vor Louisburgh, dann in südwestliche Richtung nach Clifden.  Ab hier folgten wir der Küstenstraße bis kurz vor Galway um dann den Rückweg nach Cong zu nehmen.  Der Connemara Nationalpark ist geprägt von Seenlandschaften und Moore, gesäumt von felsigen Untergründen und alles in Allem macht diese Gegend einen natürlich rauen Eindruck, der aber ganz und gar nicht abweisend wirkt, sondern auf mich mehr einladend, in diese Natur abzutauchen, die Steine zu fühlen, das Wasser plätschern zu hören und aufmerksam die unscheinbaren Blumen und Tiere zu entdecken.
Gegen Ende der Tour fanden wir am Wegesrand noch ein nettes Restaurant, wo wir gut gelaunt bei lecker frischem Fisch neue Energie tankten, um danach zum schönen Abschluß des Tages mit unseren Motorrädern auf der Küstenstraße zurück zum Campingplatz zu cruisen.


15.Tag, 275 Km, von Cong nach Glenbeigh

Natürlich durfte auf der heutigen Tour ein Besuch der Cliffs of Moher nicht fehlen. Unsere Route führte uns daher durch Galway direkt erst einmal zu den Cliffs. Der erste Eindruck war aufgrund der völligen Touristenüberschwemmung abschreckend, doch wir folgten brav den Strömen von "zweibeinigen Schafen", zu denen wir natürlich genauso zählten. Nach einigen Fotoaufnahmen der recht imposanten Cliffs, stiegen wir alsbald wieder auf die Mopeds, um diesen Ort schnell wieder hinter uns zu lassen. Hinterher fragten wir uns, ob es besser gewesen wäre, hier im Morgengrauen oder zu sehr später Stunde erst aufzutauchen...
Die Fähre von Killimer nach Tarbert war unser nächster Halt, danach wurde direkt schon unser heutiges Etappenziel Glenbeigh am Ring of Kerry angesteuert.


16.Tag, 185 Km, Dingle - Connor-Pass -  höchster Pass Irlands

Da wir vom Zelt aus eine gute Sicht zur schönen Schwester des Ring of Kerry, der Dinglehalbinsel,  hatten, kam uns die Idee, uns auch dort einmal umzuschauen. Was natürlich unbedingt gefahren werden mußte, war der Connor-Pass, der mit 467 m höchste Pass Irlands. Oben angekommen, hatten wir beeindruckende Aussichten sowohl in nördliche als auch in südliche Richtung. Die Passstraße bereitete beim Überfahren des höchsten Punktes direkt einen Magenhüpfer, so "scharfkantig" folgte sie dem natürlichen Bergverlauf. In nördliche Richtung kann man den endlosen Straßenverlauf am Hang entlang mit den Augen und später dann mit dem Motorrad folgen. Weiter nach Norden bogen wir nach links zur Brandon -Bay ab. Diese Straße endet in einer Sackgasse, die schon fast spektakuläre Ausblicke auf eine Steilküste bietet, die schroff in den Atlantik abfällt. Wunderschön!



17.Tag, 170 Km, Ring of Kerry

Heute nun nahmen wir den berühmten Ring of Kerry unter die Räder, eine fast 200 Kilometer lange Panoramastraße, die zu den schönsten Straßen Europas zählt. Leider begann der heutige Tag mit Nieselregen und demzufolge war die Sicht während der Fahrt etwas durch Gischt und Nebel verschleiert. Dennoch boten sich uns tolle Ausblicke, und nach etlichen schönen Kurven und staunenden Blicken besetzten wir in Waterwill einen Deich, auf dem eine wilde Mischung von alten und noch älteren Stuhl-Tisch-Kombinationen auf das nebenstehende Cafe und auf die Möglichkeit, uns mit Scones und Tee verwöhnen zu lassen,aufmerksam machten. Herrlich!

Nach weiteren schönen Kilometern kamen wir in Killarney an. Am Ortseingang meldete sich Martin`s Motorrad mit lautem Knarren zu Wort.  Nein, nicht schon wieder! Aber doch, die Geräusche wurden lauter und das Hinterrad blockierte in kurzen Abständen, sodass wir gerade noch auf den Parkplatz eines Nissanhändlers auffahren konnten. Völlig entnervt war guter Rat gefragt. Aber wie es kommen sollte: Ein zufällig vorbeifahrender Afrika-Twin-Fahrer kannte einen engagierten AT-Schrauber, den er auch sofort per Handy anrief und der sich sofort bereit erklärte, sich unseres Problems anzunehmen. Es kam Keeran. Ein begeisterter Motorradmechaniker mit kleiner Werkstatt, der noch voller Hingabe an der alten AT und auch anderen alten Schätzen schraubt. Sein Spruch: " No problem, i`ll got you on the road."sollte uns tatsächlich am nächsten Tag ein repariertes Gespann bescheren. Er kümmerte sich um die Beschaffung eines neuen Radlagersatzes und besorgte auch die Lager, die im Gespannhinterrad verbaut sind. Während wir zusammen auf Charley zurück zum Campingplatz fuhren, telefonierte Keeran nach eigenen Angaben den halben Abend in der nächsten und weiteren Umgebung Killarneys den benötigten Radlagern hinterher. Mit Erfolg.



18. Tag, Ruhetag - Das AT-Gespann kommt wieder.

Wie von Keeran am Vortag versprochen, klingelte am Morgen um Punkt 10 Uhr das Handy und seine ersten Worte waren: " Hello Martin. It`s done!" Auf der Beta fuhren Martin und Tilman zurück nach Killarney um nach dem AT-Gespann zu schauen. Eigentlich sollte das Zusammenbauen erfolgen, aber als sie in Killarney ankamen, stand das Gespann bereits auf allen seinen drei Rädern und war abfahrbereit. Nebenbei stand ein von Ohr zu Ohr grinsender Keeran. Falls ihr Leser irgedwann einmal in Irland seid und ein problem mit eurem Motorrad habt, wählt diese Nummer: Irland0871144099. Seine Werkstatt KC MOTO in Killarney ist nur schwer zu finden, deshalb ist der vorherige Telefonkontakt unbedingt zu empfehlen.
Den Rest des Tages verbrachten wir relaxend auf dem Campingplatz, nur Tilman hielt es nicht dort. Er drehte allein noch mal eine Runde von gut 100 Kilometern auf kleinsten Sträßchen durch die Halbinsel Iveragh. Breit grinsend kam er danach zurück und erzählte überschwenglich von engen Kehren und unbefestigten Straßen...


19.Tag, 280 Km Glenbeigh - Dublin

Da wir durch die Reparatur einen Tag extra in Glenbeigh waren, stand heute zum ersten Mal in diesem Urlaub bei typisch irischem Wetter eine ereignislose Fahrt nach Dublin an. Für die letzte Nacht in Irland wollten wir nicht noch einmal die Zelte aufstellen müssen, insbesondere, da die Fähre nach Wales am nächsten Morgen schon sehr früh ablegen sollte. Also quartierten wir uns in einem einfachen Hotel mit bewachten Tiefgaragenstellplätzen für unsere Motorräder, nur wenige Kilometer vom Hafen entfernt,  ein. Das Travelodge Dublin Airport South war günstig, sauber und unkompliziert, somit für Reisende empfehlenswert, die nicht viel Komfort benötigen, aber auf die Schnelle eine Übernachtung benötigen.


20.Tag, 275 Km, Fähre Dublin - Holyhead, weiter nach Cwmdu in Wales

Früh aufgestanden um rechtzeitig an der Fähre zu sein, wühlten wir uns durch den Dubliner Berufsverkehr und, obwohl es nur 7 Kilometer waren, kamen wir erst um 8.14 Uhr am Check-In im Hafen an. Letzter Check-In wäre eine Minute später gewesen. Die Jonathan Swift, eine Katamaranfähre benötigte gerade einmal 1 Stunde und 40 Minuten für die 130 Kilometer lange Überquerung der Irischen See.

Die weitere Fahrt durch Wales gestaltete sich angenehm und gegen Abend fanden wir einen netten Campingplatz in Cwmdu, auf dem wir gern noch ein paar Tage geblieben wären. www.campingbreconbeacons.com


21.Tag, 360 Km, Gwmdu - Normans Bay

Unser letzter Tag Richtung Heimat in Great Britain führte uns auf gleichem Weg nach Normans Bay, auf dem wir 2009 in entgegengesetzter  Richtung Wales/Schottland unterwegs waren.



22. und zugleich letzter Tag, 750 Km, Normans Bay - Gelnhausen

Es waren noch 80 Kilometer bis zum Eurotunnel und nach der entspannten Fahrt unterm Meer hindurch folgten noch 670 Kilometer nach Haus. Der Endspurt erfolgte im Schnellgang über die Autobahn und nach  ca. 5300 Kilomtetern waren wir nachts um 2.30 Uhr wieder zu Zuhaus.
Wieder einmal war ein schöner Urlaub zu Ende. Das erste Mal mit Tilman als Selbstfahrer. Als Mama bin ich sehr stolz auf ihn. Immerhin hat er auf seinem "Sitzbrett" der Beta die ganzen vielen Kilometer ohne Jammern überstanden. Okay, die Beta benötigte anschließend einen Austauschmotor - aber das ist eine andere Geschichte....

 
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