Katalonische Pyrenäen 2012 - Regina`s gespannte Reiseseite

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Pyrenäen



Katalonische Pyrenäen

April 2012

-  zwischen Mittelmeer und Andorra  -



Einer Einladung  Elois folgend, Eloi ist ein Mitglied des spanischen Gespannclubs " Sidecar club 3 Rodes  ", ein spanisches Gespanntreffen zu besuchen,  waren die Pyrenäen Ziel unseres diesjährigen recht frühen Urlaubs. Da wir sowieso in diesem Jahr in die Pyrenäen wollten, passte es mit der Einladung nach Puigcerda genau richtig . Auf dem Hinweg nahmen wir auch gleich das jährliche Gespanntreffen des mit...


Sonntag, 1. Urlaubstag, 370 Km:  Der Anfang war schon mal gut. Die Sonne schien, aber es war immer noch kalt. Gegen 10.30 Uhr fuhren wir Richtung Elsaß u.a. durch Herxheim, wo wir beim Durchfahren einen richtig klasse Brunnen entdeckten: Im Vordergrund steht dort ein bronzenes Gespann. aus dessen Auspuff das Wasser schießt. Klasse! Es tummelt sich dort allerhand Getier: eine kleine Maus, eine Vielzehl von Hasen...
...auf einem kleinen Feldweg kommen wir später über die grüne Grenze nach Frankreich - Wissembourg.

Sonnen-und kurvenreich durchquerten wir an diesem Tag Elsaß und Vogesen, nicht ohne in einem netten Restaurant bei gutem Essen Rast gemacht zu haben. In Rioz übernachteten wir auf einem gerade geöffneten Campingplatz, direkt an einem idyllischen See. Vom Fahren müd und noch etwas verfroren war der Tag heute schon gegen 21.30 Uhr zu Ende.



Montag, 385 Km: Na toll -  erst spät losfahren und dann noch - in die falsche Richtung... Wir waren schon rund 50 Kilometer gefahren, als klar war, dass wir statt Richtung Süden, den direkten Weg Richtung Norden eingeschlagen haben. Schuld war aber nicht mein Navi, sondern meine falsche Bedienung. Poligny gibt es halt öfter als einmal. Mein Navi hat`s auch angezeigt und wollte mir das mit einer Liste kundtun. Nur ich hab sie nicht aufgemacht, sondern gleich das erste Poligny als Ziel ausgesucht.  Nun stimmte zwar die Richtung, allerdings ignorierten wir die Anweisungen , störrisch wie wir sind, und quälten uns entlang der Hauptstraße von und nach Lyon, wie auch direkt hindurch. Irgendwie hofften wir auf eine Umgehungsstraße... Dann kam das Ortsschild und unzählige Kreisel und Ampelanlagen später lagen die Nerven blank und selbst der wolkenlose Himmel konnte daran nichts mehr ändern. 90 Km in 3  1/2 Stunden... das sagt alles.
Kurz hinter Valence suchten wir uns einen Übernachtungsplatz - noch 60 Km vom angepeilten Tagesziel entfernt. Der Einzige, der sich freuen konnte, war Hannes: Er konnte immerhin in der Rhone baden gehen.

Dienstag, 325 Km: Um Zeit zu sparen verzichteten wir heute auf ein ausgedehntes Frühstück und gönnten uns heut mal nur einen Kaffee im Stehen. Immerhin kamen wir daraufhin schon um 9.30 Uhr los. Ziel Narbonne Plage. Die Route wurde ein weiteres Mal geändert und so fuhren wir an der Ardeche entlang bis Aubenas und im weiteren Verlauf durch die Cevennen.... Kurve an Kurve aneinandergereiht. Ein Wohnmobilist meinte noch zwischendurch, uns den Weg verstellen zu müssen, aber wofür hat man denn einen so tollen Schmiermaxen? Gespannfahren ist geil!
Leider wurden wir auf den letzten 60  Kilometer noch nass und wir entschieden uns auf dem Campingplatz dafür, eine Wohnkarton mit Heizung und Pipibox zu mieten. Das war eine gute Entscheidung, wie sich noch herausstellte.


Mittwoch, 230 Km: Die erste Tour ohne Gepäck  führte uns über Bages, Portel de Corbieres, Durban, Tuchan, dann nach Fellines, Lagrasse, Monze, Trebes und über Capendu und Fabrezan wieder zurück zu unserer warmen Hütte. Bages als kleiner Fischerort war schon sehr idyllisch, die Schlucht zwischen Padern und Davejean war aber der Wahnsinn( Col du Prat ). Die Straße klebt am Felsen und auf der anderen Seite frißt sich ein Fluß in die Tiefe.In Lagrasse konnten wir nicht an den Cafès vorbei ohne uns eine kleine Pause bei Cafè und Panini zu gönnen. Selbst Hannes hatte eine nette Begegnung mit einem einheimischen Labbi.


Donnerstag, 340 Km: Fahrt in`s Roussillon. Nach dem Einstieg in Rivesaltes ging es über Estegal zuerst zum Col de Bataille. Von dort machten wir einen Abstecher auf das "Forca Real", einem markanten Aussichtspunkt, mit einem atemberaubenden Rund-um-Ausblick. Es folgte Millas und Thuir, zwei katalanische Kleinstädte, in denen es nicht möglich war, einen Frankreichaufkleber zu bekommen, an jeder Ecke jedoch ein Aufkleber mit einen großen C für Cataluna angeboten wurde. Im weiteren Verlauf der Strecke durch Llauro über Valmanja und Finestret erwartete uns eine schwindelerregende Aneinanderreihung von unzähligen Kurven.
Lenker ziehen - Lenker schieben, Hintern nach rechts, Hintern nach links... ganzer Körpereinsatz wurde abverlangt. Auch Tilman war im vollen Einsatz! Auf der Strecke nach Trilla drohte alles abgeschüttelt zu werden, was nicht festgeschweißt war und so verabschiedete sich auch tatsächlich das Pluspol der Batterie. Nach einem kurzen Boxenstop war der Stromfluß wieder gesichert und es konnte weitergehen.
Was dann kam, war einfach unbeschreiblich schön und beeindruckend: Die Gorges de Galamus. Diese Straße dürfen nur Fahrzeuge mit einer maximalen Breite von 2 m und Höhe von 2,40 m fahren. Es geht um Felsvorsprünge herum und über senkrecht in die Tiefe fallende Felsen hinweg. Da mit Gegenverkehr gerechnet werden muß, ist große Umsicht und kleines Tempo empfehlenswert. Doch wer will schon schnell dort durch? Genießen ist angesagt...
...Ein weiterer Ort wurde uns noch als interessant und vor allem gesund angepriesen: Laroque de Fa. Zumindest wurden wir bei einer kleinen Pause von einem zugewanderten Amerikaner auf das natürliche Felsquellwasser hingewiesen und sollten es unbedingt probieren. Okay, wir hatten leider aber keinen Durst und so entschieden wir uns gegen eine Kostprobe. Uns fiel allerdings auf, wie klein die Gassen dort sind, unmöglich, dort mit einem Auto oder Gespann durchzukommen. Wer dort wohnt muß gut zu Fuß sein...

Freitag, 385 Km : Heute packten wir unsere Gespanne, um zum Spanischen Gespanntreffen nach Puigcerda zu fahren... schaut dafür :



Sonntag, 185 Km:  Am Sonntagmorgen mußten wir uns leider schon bald verabschieden, da wir noch einige Kilometer vor uns hatten. Zuerst wollten wir Andorra einen Besuch abstatten, den wir allerdings aufgrund des allgemeinen Wintereinbruchs sehr verkürzten. Schon die Auffahrt auf die über 2000 Meter Höhe gestaltete sich schwierig, da Schnee und Eis auf der steilen Straße uns zu gefühlvollen Fahraktionen zwangen. Da beide Gespanne auf Winterreifen fahren, hielt sich die Rutschpartie aber in Grenzen, was man bei so manchen Autofahrern aber nicht sagen konnte: Da waren Pkw`s mit Sommerreifen unterwegs, Busse, Wohnmobile - und alle wollten nach Andorra.  
Auf den Bergen war der Skibetrieb noch in vollem Gang und die Leute staunten bei unserem Anblick, was manche zum winken animierte und einige von ihnen schnell ihre Handycams zückten.
Nach einem günstigen Tankstopp auf 2500 m Höhe ( 1,36 €/l  Super) entschieden wir uns zur Umkehr, kauften noch einige günstige Kleinigkeiten zollfrei ein und peilten als Tagesziel Carcassonne in Frankreich an.
Somit ließen wir aufgrund des allgemeinen Kälteeinbruchs - einige der mittleren Pässe waren wieder gesperrt - die Pyrenäen hinter uns.
Auf dem Weg nach Carcassonne sollten wir über jeden offenen Pass froh sein, ansonsten hätten wir einige zeitraubende Umwege fahren müssen.
In Carcassonne, der Stadt, die einigen Menschen grad mal als Gesellschaftsspiel bekannt ist, gibt es einen stadtnahen Campingplatz, von dem man aus gut zu Fuß in die sehr gut erhaltene mittelalterliche Altstadt laufen kann. Der Anblick ist schon von weitem wirklich beeindruckend und je mehr man sich der Anlage nähert, umso  mehr gleicht der Weg einer Zeitreise...
Ist man erst durch die Tore hindurch gegangen, eröffnen sich eine Vielzahl von kleinen Läden, in denen von Nepp bis zu edlen, teilweise dem Mittelalter nachempfundenen  Utensilien, Kleidern und alltäglichen Gegenständen alles angeboten wird, was ein Tourist kaufen soll/möchte. Es gibt Cafès, Restaurants und diese typischen kleinen Gassen, in denen das Bummeln trotz Touristentrubels dennoch Spaß macht.





Montag, 300 km : Von Carcasssonne ausfuhren wir Richtung Cevennen. Südfrankreich bietet viele nicht enden wollende Kurven... rauf, runter, rechts, links... fast kann einem schwindlig werden. Dann plötzlich erscheint vor uns eine riesige Brücke: Der Autobahnviadukt Millau.
Auf der Suche nach einem Campingplatz fiel uns dann zum Glück ein Schild mit Hinweis zu einem Chambre d`hotes auf. Zum Glück deswegen, weil immer noch die meisten Campinplätze geschlossen waren. Da kam uns dieser Hinweis gerade recht. Dass es dann auch noch so ein schönes Zimmer werden würde, erfuhren wir, als wir das Gebäude auf fast 1000 Meter Höhe in einem kleinen Dorf entdeckten und nach einem netten Gesprächsversuch mit dem Besitzer den Schlüssel übernahmen. Er brachte uns dann sogar noch eine gute Flasche Rotwein vorbei und ein gemütlicher Abend war die Folge...

Dienstag, 250 km:
Nach einer sehr ruhigen Nacht wurde uns pünktlich um 8.00 Uhr unser Frühstück im Korb vorbei gebracht. Ich war vorher schon mit Hannes durch`s Dorf auf einer Hochebene spazieren gegangen. Hannes mußte diesen Ort für ein Hundeparadies halten: Er hatte viel Platz zum laufen, es gab Grasflächen, Steinfelder und Moose und alles war wahrscheinlich hochinteressant für Hannes`Nase. Auch mich faszinierte dieser Ort.  Knorrige Büsche und Bäume an denen Flechten wuchsen säumten den Weg.
Für diesen Tag hatten wir uns eine kleine Runde in die Tarnschlucht vorgenommen und starteten gegen 10.00 Uhr.
Da diese Schlucht aber so spektakulär ist und auch länger als erwartet, wurde eine gute Tagestour daraus. Die Straße schlängelt sich an einer Steilküste entlang und unten in der Tarn sieht man viele Kanufahrer als kleine bunte Punkte entlangpaddeln. In Saint Enimie machten wir eine Cafè-pause und entdeckten auf einer Infotafel, dass die Tarnschlucht in Verbindung mit einer 2. Schlucht als Rundfahrt abgefahren werden kann. Auch wenn das Wetter nicht das Beste war: Die Fahrt und die Aussichten waren teilweise atemberaubend schön! Steile Felshänge, die sich hunderte Meter nach oben zogen mit ihren sichtbaren Steinschichten, Höhlen und Gängen wechselten sich mit kleinen Dörfern ab, deren Häuser sich scheinbar schutzsuchend an die Felsen lehnten. Leider wurde der Regen immer stärker und wir erreichten unser Quartier pitschnass bis auf die Haut. Es ist was anderes, diese schönen Straßen bei strömendem Regen zu fahren und deswegen waren wir froh, als wir endlich die Gespanne vor der Hütte abstellen konnten.

Mittwoch, Wandertag :
Eigentlich wollten wir heute weiter Richtung Heimat fahren, doch leider hatte Martin ein ziemliches Magendarmproblem und es war ihm unmöglich, auf das Gespann zu steigen und auch noch hunderte von Kilometer durch schlechtes Wetter zu fahren. Da war es für ihn besser, sich im Bett zu erholen und zu hoffen, dass es ihm am nächsten Tag besser geht.
Tilman, Hannes und ich nutzten den Tag, um die Anhöhe zu erkunden... Was für eine Landschaft !  Sie lud uns zu einem stundenlangen Spaziergang ein. Hannes hatte seinen Spaß und Tilman und ich hatten mal wieder Zeit  für ausgedehnte Gespräche und auch ein paar Fotos fanden den Weg in meine Lumix...


Donnerstag, ca. 500 Km : Obwohl es Martin am Morgen immer noch nicht wirklich gut ging, packten wir die Gespanne und verabschiedeten uns schweren Herzens von unserem Wirt und der schönen Unterkunft. Es ging erneut durch die Ardeche. Auf dem Rückweg umfuhren wir aber die Stadt Lyon und das Rhonetal, um in den westlichen Ausläufern der Alpen schneller voranzukommen. Was wir vorher auf der Karte nicht sehen konnten: Es ging erneut auf über tausend Höhenmmeter und somit wieder zurück in Eis und Schnee... Unsere Launen auf dem Tiefpnkt erreichten wir zu später Stunde die Stadt Pontarlier und mieteten uns in einem dortigen "Bikerhotel" ein. Das Hotel war eine bessere Notunterkunft, aber die Motorräder standen in der Hotelgarage warm und trocken. Zu Abend aßen wir in einem kleinen Restaurant, wo sich unsere Gemüter langsam wieder entspannten.

Freitag, ca. 600 Km:
Der letzte Reisetag bescherte uns endlich mal wieder blauen Himmel und Sonnenschein und so konnten wir gelassen die letzten Kilometer nach Hause fortsetzen. Über Belfort erreichten wir Mulhouse auf kleinen Landsträßchen, bevor wir dann zum schnelleren Vorwärtskommen auf die Autobahn wechselten.
Abends gegen 18 Uhr bogen wir in die Spessartstraße ein.... ein interessanter Urlaub mit unglaublich vielen Eindrücken war zu...


...ENDE

 
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