Kinder im Beiwagen - Regina`s gespannte Reiseseite

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K i n d e r   i m  G e s p a n n


Das Gespannfahren ermöglicht es , auch die lieben Kleinen mitzunehmen. Natürlich gibt es einige Sicherheitsvorkehrungen, die vorher getroffen sein sollten


  Der Fahrer sollte schon Gespann fahren können.

Vielen Eltern, Mama`s oder Papa`s kommt das Gespannfahren  erst in den Sinn, wenn sich  Nachwuchs eingestellt hat. Das ist soweit auch okay. Nur ist das Gespannfahren an sich am Anfang eine recht gefährliche Sache, da es nicht mit dem Motorradfahren auf 2 Rädern zu vergleichen ist.. Es müssen sich erst einmal routinierte Fahrabläufe einstellen, das erfordert Zeit. Diese Zeit sollte sich jeder verantwortungsvolle Fahrer nehmen, wenn er mit Beifahrer fahren möchte.
   

Voraussetzung beim Kind

Da gehen die Meinungen wohl stark auseinander. Ich habe Tilman das erste mal im Beiwagen durch unsere Wohnsiedlung gefahren, als er allein und ohne Hilfe sitzen konnte.So konnte ich ihn in seinen eingebauten Kindersitz setzen und er mußte während der Fahrt nicht liegenderweise die ganze Zeit den Himmel "bewundern". Aber wie gesagt: : Wann ein Kind das erste mal mitfahren kann müssen immer die Eltern entscheiden. Sie kennen ihr Kind am Besten.

Voraussetzung beim Gespann

Bevor ich meinen Sohn mitgenommen habe, wurde das Gespann einem kindgerechten Umbau unterzogen: Der Beiwagen bekam einen stabilen Überollbügel angebaut, der leider 2006 seinem Namen mehr als gerecht wurde ( Bericht folgt). Er ist so in den Beiwagen integriert, dass zugleich über ihn auch das Regenverdeck gezogen werden kann, unter dem das Kind dann bei schlechtem Wetter  trocken bleibt. Aber Vorsicht: Es wird unter dem Verdeck sehr schnell unangenehm heiß, wenn die Sonne dann wieder scheint. Deshalb sollte immer Platz da sein,um bei Bedarf das Verdeck sicher im BW zu verstauen. Je nach Ausstattung des Beiwagens sollte ein unangenehmes Dröhnen  verhindert werden. Mein BW wurde innenseitig ausgeflockt, was den Geräuschpegel schon beträchtlich verringerte. Das Wichtigste aber bei der Mitnahme von Kindern ist der Sitz. Wir haben einen stabilen Kindersitz gesucht, den wir fest mit dem Boot verschraubt haben. Das kann allerdings bei der Beladung des Kofferraumes  Schwierigkeiten geben, wenn er über den Einstieg beladen werden muß.Um dem gerecht zu werden, wurde der Kindersitz auf Schienen gesetzt .  Bei Bedarf konnte nun der gesamte Sitz nach vorn geschoben werden,um den Kofferraum zu beladen. Nachteil: Das Kind muß vorher "raus". Durch die Gurte des Kindersitzes wird das Kind bei einem Aufprall etc. wirksam zurückgehalten und
der Sitz kann auch nicht nach vorn schleudern,da er ja mit dem Boot fest verschraubt ist.. Sind die Kinder dem Kindersitz entwachsen,kann der Originalsitz wieder zurückgebaut werden. Es sollte dann aber mindestens ein Beckengurt , besser ein Dreipunkt- oder ein Hosenträgergurt verwendet werden. Bei meiner ersten Vollbremsung mit dem vollbeladenen Gespann, Tilman im Boot gesichert mit einem einfachen Beckengurt, schoß sein Oberkörper nach vorn. Er knickte ein wie ein Taschenmesser, doch er war so gut geschützt, dass er  nicht mit dem Kopf an die Beiwagenscheibe schlug. Ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Mitnahme von Kindern im Beiwagen ist auch die Gefahr von Abgasen im Boot, die sich durch Verwirbelungen ansammeln und lebensbedrohliche Ausmasse annehmen können. Einige Gespannbauer bieten ihren Kunden einen Test des Beiwagens unter verschiedenen Fahrbedingeungen an. Für Abhilfe kann dann ein Umbau der Auspuffanlage sorgen.

Wichtiges Thema: Helm

Muß ein Kind im Beiwagen einen Helm tragen? Gesetzlich gesehen, ja. Es gilt auch im Beiwagen die Helmpflicht. Sehr umstritten ist aber , ob die Nackenmuskulatur eines Kleinkindes überhaupt in der Lage ist,
bei einem Aufprall das Gewicht des Helmes zu tragen.Ich habe meinem Sohn in der  ersten Zeit keinen Helm aufgesetzt, da meines Erachtens alle speziellen Kinderhelme viel zu schwer und auch von der Passform viel zu groß waren. Ich setzte ihm nur eine Mütze auf und bedeckte seine Ohren zusätzlich mit sogenannten "Stilleinlagen" ( Baumwolle) um den Geräuschpegel weiter erträglich zu machen.Später passte ein Kinderfahrradhelm, der wesentlich leichter ist, auf Tilman`s Kopf und war scheinbar auch kaum störend, da es beim Tragen keinerlei "Abwehrreaktionen" gab. Es erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl, zu entscheiden, wann es Zeit ist, zu einem "echten" Helm zu greifen, nämlich dann, wenn die Entwicklung der Muskulatur so weit fortgeschritten ist, dass ein Helm auch wirklich schützt und nicht mehr Gefahren in sich birgt.Es kann dann als nächstes ein Jethelm getragen werden, dem dann, je nach Beiwagen und Sicherheitsempfinden, ein Integralhelm folgen sollte. Berücksichtigt werden sollte auch noch die Zugluft und Luftverwirbelungen hinter der Beiwagenscheibe. Deshalb ist es dringend erforderlich auf ein Visier zu achten, das nicht von allein bei Drehung des Kopfes hochklappt und ausreichend Windschutz bietet.

Braucht man eine Gegensprechanlage ?

Wir hatten keine. Ehrlich gesagt, war ich immer froh, wenn ich beim Fahren meine Ruhe hatte und nicht durch "Nachbargeräusche" abgelenkt wurde.Natürlich hab ich öfter kurz nach rechts geschaut und mich vergewissert,
ob alles okay war und natürlich hab ich überdurchschnittlich oft Pausen eingelegt. Wenn mir doch einmal Tilman`s Unbehagen auffiel, was allerdings selten vorkam, da er meistens schlief, dann wartete ich meist bis er sich etwas beruhigt hatte und hielt dann an. Es gibt nichts schlimmeres, als sich einen kleinen Tyrannen herbei zu züchten.... keine Angst, ich bin keine Rabenmutter.
Tilman ist immer wieder sehr gern eingestiegen und fährt auch heute mit 15  Jahren noch liebend gern mit. Wir haben sehr schnell eine Abmachung getroffen: Wenn er ein dringendes Bedürfnis hat, dann braucht er sich nur etwas zu bewegen, was ich sofort spüre und kann dann entsprechend reagieren. Das klappt sehr gut. Zwischendurch gibt es gegenseitiges "Daumenhochzeichen", alles ist gut.

Schutzkleidung

Da der Schutz im Beiwagen schon durch oben erwähnte Massnahmen weitestgehend gesichert ist, hab ich es nicht für nötig gehalten, Tilman noch zusätzlich in doch sehr beengende Kleidung zu stecken. Wichtiger ist eine bequeme , wind- eventuell wasserdichte Jacke .

Langeweile im Boot?

Muß nicht sein. Dagegen gibt es Kuscheltiere, Pixibücher, kleine Spiele, Malsachen....
Wir haben von Anfang an eine Spieltasche mitgenommen. Was in diese Spieltasche hineinpasst, darf mit. Alles weitere muß zu Haus bleiben. Das gilt auch heute noch und ist irgendwie zum festen Bestandteil geworden.

Winterfahrten mit Kindern?

Na klar! Mit entsprechenden wärmenden Kleidungsstücken ausgerüstet, fühlen sich Kinder auch im Winter im sogar offenen Beiwagen "pudelwohl". Dazu leistet eine Decke oder ein alter Schlafsack gute Dienste. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit , eine Beiwagenheizung einzubauen. Im allgemeinen sind Kinder robuster , als man denkt und es macht ihnen viel Freude, auch im Winter mitzufahren.

Kinder auf Motorradtreffen ?

Es gibt mittlerweile Gespanntreffen für Familien mit Kindern, wo es extra Programmpunkte für Kinder gibt. Da werden Stockbrote gebacken, Spiele organisiert....
....und welches Kind zeltet nicht gern oder kokelt am Lagerfeuer ? Natürlich ist nicht jedes Treffen geeignet, Kinder mitzunehmen. Ein Treffen, wo nur Erwachsene im Bierzelt sitzen, ist nicht unbedingt kinderfreundlich.
Bei solchen Zweifeln sollte einfach vorher der Veranstalter kontaktiert werden, damit es keine enttäuschten Gesichter gibt.

So, nun hab ich recht viel zu diesem Thema geschrieben.
Das alles kann aber nur eine Hilfestellung sein, subjektiv und unvollständig.
Trotzdem hoffe ich, einen kleinen Einblick in die besonderen Bedürfnisse im Zusammenhang mit Kindern im Boot gegeben zu haben.



hier einige Bilder von einer Hüttenbauaktion bei einem schlimm verregneten Motorradtreffen  2006 :


   
  

  


Tilman wollte am Sonntag gar nicht nach Haus....

 
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