Unfall März`13 - Regina`s gespannte Reiseseite

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Irgendwann ist es soweit....
    ...ein Unfall mit dem Gespann, seine Folgen und Konsequenzen


Samstagabend. 02.03.2013:
Ich erhole mich von meinem eigenen Rechtskurven-Fahrfehler mit meinem Sachs-gespann. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass das linke Sprunggelenk angeknackst ist. Meinem Sachsen Rudi geht's nicht gut: Der Lenkkopf ist am Rahmen fast vollständig gerissen, die Vordergabel steht zusammen mit dem Vorderrad völlig schräg Richtung Beiwagen. Blinker, Spiegel, Kupplungshebel sind zerstört und der Schalthebel ist, zusammen mit meinem Fuß, einmal nach hinten gebogen worden.
Am Beiwagen sehe ich massive Schäden im vorderen Kunststoffbereich.


In einer scharfen Rechtskurve bin ich auf die Gegenfahrbahn geraten, Beiwagen oben, wollte zurück und in dem Moment kam da der Pkw, gerade, als ich am Beschleunigen und die Kurve zu Ende war. Ich hab das Gespann nicht rechtzeitig wieder ganz nach rechts bekommen und bin seitlich am Auto langgeschraddelt, dann nach rechts in die Leitplanke: Ich drüber, Rudi zurückgeprallt. Das war's.

Das einzige, was ich kurz vorm Aufprall im Auto dachte, war: " Scheiße, nicht frontal!"
Das hab ich sozusagen geschafft :-) Glück im Unglück! Danke lieber Schutzengel!
Nun ist erst mal " Blauefleckenpflege" angesagt....



In der nun folgenden Zeit habe ich viel Zeit, über das Geschehene und die Gründe, wie es dazu kommen konnte, nachzudenken. Leicht ist es natürlich, zu sagen, ich war einfach zu schnell. Aber was ist zu schnell? Wie schnell muß ein Gespann in der Lage sein, um eine scharfe Kurve zu fahren, ohne dass der Beiwagen in fast nicht zu kontrollierender Weise in der Luft tanzt?
Die Sachs hat 50 PS Motorleistung, das ist nicht wenig, wenn man bedenkt, wie leicht und schmal der Velorex-Beiwagen ist, trotz Autobatterie im Kofferraum. Die Spurbreite ist durchaus als schmal zu bezeichnen. Aus Lowbudgetgründen ist im Gespann die Original-Telegabel verblieben...

Eigentlich bezeichne ich mich auch als erfahrene Gespannfahrerin: 3 Gespanne, über 200 000 gefahrene Kilometer onroad, offroad, zügig, mit und ohne Beladung, Kind und Hund...
... ohne diese Erfahrung wäre ich dem Auto frontal reingefahren. Da bin ich sicher.

Aber ich hab`s nicht geschafft, das Gespann wieder gänzlich auf meine Straßenseite zu lenken.

Meine erste Frage, die ich mir gestellt hab: Wäre der Unfall auch mit dem NTV-Gespann passiert? Nein, ganz klar nicht. Die NTV hat bei 57 PS einen wesentlich schwereren Beiwagen, breitere Spur und eine Vorderradschwinge, d.h. bei gleicher Geschwindigkeit wäre der Beiwagen gar nicht gestiegen und die Lenkkräfte müssen bei einer Schwinge nicht so hoch sein. Es ist sehr viel handlicher.

Handlicher? Obwohl das Sachsgespann kleiner und kompakter ist, so ist es absolut nicht so handlich im Sinne des Wortes. Seit ich die Sachs fahre, ist mir die schwergängige Lenkung negativ aufgefallen. Ich hatte das Gefühl, ständig gegen eine Wand anlenken zu müssen.  Der Beiwagen ist unbeladen bei der geringsten Rechtslenkung abgehoben. Einmal in der Luft, war es nur eingeschränkt möglich, ihn zu kontrollieren.

Nun ist ein abgehobener Beiwagen allein nichts schlimmes - solang das ganze Gespann nicht unkontrolliert in`s Schlingern kommt und es weiterhin lenkbar bleibt.
Natürlich habe ich auch versucht, dieses Schlingern durch Gasgeben  abzufangen. Ich mußte in dieser einen Kurve jedoch zeitgleich das Gespann extrem weiter nach rechts lenken... ohne Erfolg. Das Schlingern blieb und ich lenkte gegen eine Wand an.

Das ist das Problem: Mein Sachsgespann hat m.E. als 50-PS- Motorrad einen zu leichten Beiwagen in Kombination mit einer nichtfunktionalen Lenkung.

Konsequenz: Um das Sachsgespann sicher fahren zu können, braucht es eine Gewichtszunahme beim Beiwagen und den Einbau einer Vorderradschwinge. Weiter möchte ich auch eine maßvolle Spurverbreiterung umsetzen, mit der eine bessere Bodenhaftung des Seitenwagens angestrebt wird. Der dadurch resultierende längere Hebelweg wird einem schnellen Lupfen des Seitenwagenrades entgegen wirken.

Resumè : Solcherart von Low-budget-gespanne kommen sehr schnell an ihre fahrwerkstechnischen Grenzen und der Fahrer ist gezwungen, ständig mit vollster Konzentration zu fahren. Eine kleine Unachtsamkeit und sie werden unbeherrschbar. Fahrfehler, die sich bei technisch ausgereifteren Gespannen kaum bemerkbar machen, können bei Gespannen dieser Bauart zu unvorhersehbaren Folgen führen.


Zum Glück hab ich ja noch mein NTV-Gespann und fahre auch gern die Transalp als Solomaschine.
Ich werde das Sachsgespann natürlich wieder reparieren lassen, jedoch werde ich in den Seitenwagen mehr Gewicht bringen und die Telegabel wird durch eine Vorderradschwinge ersetzt.

Gespannfahren soll Spaß machen - in jeder Situation.

 
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